Di., 04.09.2018

Neuerscheinungen Haarige Sache: «Waschen, schneiden, föhnen»

Haarmode verrät auch einiges über die Gesellschaft. Meint die Autorin Maria Antas.

Von dpa

Berlin (dpa) - Mit den Haaren war das schon immer so eine Sache. Nicht nur waren sie seit jeher der Mode unterworfen, sondern oft auch ein politisches und kulturelles Statement. So stand der Afrolook der 60er Jahre für die Befreiung der Schwarzen, die langen Mähnen der Hippies für Rebellentum und Unangepasstheit. Weibliche Pagenköpfe in den 20er Jahren signalisierten weibliche Emanzipation.

In ihrer Kulturgeschichte des Haares geht die finnische Schriftstellerin Maria Antas diesen Phänomenen nach. Es ist allerdings eine sehr persönliche Kulturgeschichte geworden, denn wir erfahren mindestens genauso viel über Antas eigene Haare und Frisuren («Mein Haar hat eine schöne Farbe, aber keinen Stand»). Lesenswert sind ihre essayistischen Exkurse, etwa über die Frage: Was ist verkehrt an kurzem Haar? Und warum werden bestimmten Frauentypen in Fernsehserien spezielle Frisuren zugeordnet? Im Gegensatz zu Antasʼ Vorgängerbuch über das Putzen fehlen diesmal leider schöne Abbildungen. Sehr schade. Sie gehören zu einem solchen visuellen Thema eigentlich dazu.

Maria Antas: Waschen, schneiden, föhnen. Eine Kulturgeschichte des Haars, Insel Verlag, Berlin, 164 Seiten, 14,95 Euro, ISBN 978-3-458-36352-1



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