Mit 77 Jahren
Kunstmaler und Meisterfälscher Wolfgang Lämmle gestorben

Der Öffentlichkeit war Lämmle wegen seiner Kopien berühmter Künstler bekannt geworden. Die Bilder waren so perfekt kopiert, dass sich selbst Fachleute häufig täuschen ließen. Jetzt ist der Kunstmaler gestorben.

Samstag, 02.03.2019, 11:19 Uhr aktualisiert: 02.03.2019, 11:22 Uhr
Mit 77 Jahren: Kunstmaler und Meisterfälscher Wolfgang Lämmle gestorben
Foto: Bernd Weissbrod

Stuttgart (dpa) - Der Kunstmaler und frühere Meisterfälscher Wolfgang Lämmle ist in Australien im Alter von 77 Jahren gestorben. Dies teilte seine Tochter am Freitag mit. Er sei am Mittwoch den Folgen einer schweren Krankheit erlegen. Zuvor hatte der SWR berichtet.

Seit 2006 lebte Lämmle in Australien. Er hatte sich selbst immer als «Maler des Lichtes» bezeichnet und war der breiten Öffentlichkeit wegen seiner fast perfekten Kopien berühmter Künstler bekannt geworden, die ihm dann zum Verhängnis geworden sind. 1992 war er zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Das Landgericht Stuttgart befand Lämmle damals für schuldig, zwischen 1985 und 1987 mindestens 118 Gemälde, Zeichnungen und Grafiken berühmter Künstler gefälscht und davon 35 Werke über Galerien und Auktionshäuser verkauft zu haben. Die Werke - unter anderem von Max Liebermann, Käthe Kollwitz und Karl Schmidt-Rotluff - waren zum Teil so perfekt kopiert, dass sich selbst Fachleute täuschen ließen.

Nach dem Urteil war es um den gelernten Buchdrucker ruhiger geworden. Er wanderte nach Frankreich aus. Seine Motive fand er dann im Perigord; beispielsweise alte Männer, die sich auf einer Bank ausruhen und immer wieder Stillleben.

In der Stuttgarter Staatsgalerie begann der Schwabe seine besondere Laufbahn. Hier kopierte er seine ersten Bilder. Nach und nach legte er sich so das Handwerkszeug des Kunstmalers zu, sog begierig Tipps über Technik und Stil in sich auf. Als 22-Jähriger stellte er seine erste Fälschung her; keine Kopie, sondern eine dem Stil des Künstlers nachempfundene Darstellung. Statt Lämmle schrieb er die Initialen des berühmten «Kollegen» unter ein Werk und fand prompt einen Abnehmer.

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