Love & Revelation
Over The Rhine: Trauer und Hoffnung in elf Folksongs

Als Folkpop-Duo Over The Rhine machen Karin Bergquist und Linford Detweiler aus dem US-Bundesstaat Ohio prächtige Americana ohne Country-Kitsch. Auch jetzt wieder, mit «Love & Revelation».

Donnerstag, 28.03.2019, 15:00 Uhr aktualisiert: 28.03.2019, 15:02 Uhr
Love & Revelation: Over The Rhine: Trauer und Hoffnung in elf Folksongs
Foto: Darrin Ballman

Berlin (dpa) - Wenn man Wikipedia nach Over The Rhine befragt, erhält man zwei Einträge, die aber miteinander zu tun haben. Hier soll es zwar vor allem um das Folkpop-Duo gehen, das seit fast 30 Jahren mit edlen Alben von sich reden macht. Aber etwas Vorrede darf schon sein.

Over-The-Rhine also ist ein historisches Stadtviertel in Cincinnati/Ohio, das Mitte des 19. Jahrhunderts von deutschen Einwanderern mitgegründet wurde - daher die Verbindung zum Rhein. Zweitens listet unser Internet-Lexikon das Ehepaar Karin Bergquist und Linford Detweiler aus - na klar - Cincinnati/Ohio alias Over The Rhine.

Mit ihrem neuen Album «Love & Revelation» (Great Speckled Dog/Redeye/H'Art) machen die beiden mal wieder Werbung für ihre Heimatstadt. In elf poetischen, meist melancholischen Liedern zwischen Persönlichem und Politischem geht es um Verlust und Trauer, aber auch um Hoffnung und das kleine Glück.

So heißt es in der wunderschönen Ballade «May God Love You (Like You've Never Been Loved)», schwankend zwischen Resignation und Durchhaltewillen: «There is no land of promise here/there's only wilderness/You may not recognize this place/You live here nonetheless.» Dazu Bergquists warme, einfühlsame Stimme, Detweilers akustische Gitarre und eine Studio-Backingband zum Niederknien: Jay Bellerose am Schlagzeug, Jennifer Condos am Bass, Greg Leisz an der Elektrischen.

«Love & Revelation» ist eine dieser Platten, die nicht nur von drei, vier herausragenden Songs (bei ansonsten reichlich Füllmaterial) leben. Vom Cover über das Booklet bis zu den Lyrics und den erlesenen Klängen ist hier alles aus einem Guss - souveräne Americana-Kunst wie beispielsweise die OTR-Highlights «Ohio» (2003) und «The Trumpet Child» (2007).

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