Premiere
Nibelungen-Festspiele: «Überwältigung» in Worms

Würden wir anders handeln, wenn wir die Folgen im Voraus wüssten? Diese Schicksalsfrage stellen sich die Nibelungen-Festspiele in diesem Jahr. Das Stück beginnt dort, wo der Mythos eigentlich endet.

Donnerstag, 11.07.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 11.07.2019, 06:03 Uhr
Gute Stimmung in Worms: Klaus Maria «Hagen» Brandauer (l) und Intendant Nico Hofmann.
Gute Stimmung in Worms: Klaus Maria «Hagen» Brandauer (l) und Intendant Nico Hofmann. Foto: Uwe Anspach

Worms (dpa) - Neues Heldenepos am Rhein: Vor dem Kaiserdom in Worms beginnen an diesem Freitag (20.30 Uhr) mit der Premiere des Stücks «Überwältigung» die diesjährigen Nibelungen-Festspiele.

Auf der Freiluftbühne vor der Nordseite tritt das hochkarätige Ensemble, zu dem unter anderem Schauspiellegende Klaus Maria Brandauer («Mephisto») und Ex-«Tatort»-Kommissar Boris Aljinovic gehören, bis zum 28. Juli an 16 Tagen auf. Unter Intendanz von Nico Hofmann führt Lilja Rupprecht die Regie. Das Stück stammt von Autor Thomas Melle.

«Überwältigung» erzählt die Nibelungen-Geschichte sozusagen vom Ende her. Es beginnt mit dem blutigen Showdown am Hof von Hunnenkönig Etzel, der, wie es der Mythos will, Tod und Vernichtung der Burgunder zur Folge hat. Doch plötzlich begehren die Toten auf - und Melle erzählt die Geschichte von neuem. Von nun an spielen die Figuren gegen ihr Schicksal an. «Gebt mir einen neuen Anfang», heißt es dementsprechend recht schnell zu Beginn des Stücks.

Die Nibelungen gehören zu den Lieblingssagen der Deutschen. Als eine zentrale Figur gilt der heldenhafte Kämpfer Hagen, der von Brandauer verkörpert wird. Aljinovic spielt Gernot, einen Burgundenherrscher.

Der Ort der Festspiele ist historischer Boden: Eine Schlüsselszene der Sage, der Streit der Königinnen, spielt auf der Nordseite des Kaiserdoms in Worms - wo die Bühne mit etwa 1300 Plätzen steht.

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