Etwas düster
Mehr Melancholie und Tiefe - The Lumineers werden erwachsen

«Ho Hey» hieß das Lied, mit dem für The Lumineers alles losging. Gut sieben Jahre später zeigt sich die US-Band aus Denver/Colorado spürbar erwachsener. Album Nummer drei variiert ihren bewährten Folkrock-Sound.

Sonntag, 15.09.2019, 15:56 Uhr aktualisiert: 15.09.2019, 15:58 Uhr
Jeremiah Caleb Fraites (l-r), Wesley Schultz und Isaacs Byron von der US-Band The Lumineers haben ein drittes Album gemacht.
Jeremiah Caleb Fraites (l-r), Wesley Schultz und Isaacs Byron von der US-Band The Lumineers haben ein drittes Album gemacht. Foto: Anthony Anex

Frankfurt/Main (dpa) - Mit ihrer heiteren Mitsing-Hymne «Ho Hey» stürmten die Lumineers 2012 rund um den Globus die Charts, auf ihrem Debütalbum begeisterten sie mit einem losgelöstem und minimalistischem Folkrock-Sound.

Seitdem sind mehr als sieben Jahre vergangen, und die Band um die Songwriter Wesley Schultz und Jeremiah Fraites ist offenkundig gereift.

In ihrem dritten Album «III» weichen die beschwingten, poppigen Töne einem komplexeren, melancholischen Klang. Schummerige Barmelodien untermalen die mitunter wehmütigen Texte der beiden Songwriter und frischgebackenen Väter.

«Wir klangen auf jeden Fall ausgelassener. Und jetzt erlauben wir es uns, ein wenig düsterer zu klingen», sagt Lumineers-Frontmann Schultz. Dass die Band vom Ursprungssound abrückt, zeigte sich bereits auf dem zweiten Album «Cleopatra» (2016). Das Werk war nach vier Jahren ohne Albumveröffentlichung sehr erfolgreich und eroberte die Spitze der US-Charts - inklusive Platin-Auszeichnung.

Das neue Album erzählt in drei Kapiteln die Geschichten von drei Protagonisten, die zusammen eine geschlossene Story ergeben. Visuell untermalt wurden die Stücke von ineinandergreifenden Videos, die unter der Regie von Kevin Phillips entstanden sind. Der Regisseur hat unter anderem den Film «Super Dark Times» gedreht, der bei Netflix zu sehen ist.

Trotz der etwas düsteren Songs bleibt sich die Band im Kern treu und liefert mit «III» ein richtig gutes Album ab. In schnelleren Passagen blitzt immer wieder der alte mitreißende Stil durch.

Dem Klavier kommt in «III» eine entscheidende Rolle zu. Es dominiert in fast allen Arrangements, gibt das Tempo vor und setzt Akzente. Die beiden Ursprungsmitglieder Schultz und Fraites haben sich mittlerweile vier weitere Musiker dazu geholt. Mit der Geigerin Laura Jacobson fand die Band einen adäquaten Ersatz für Neyla Pekarek, die die Gruppe für eine Solokarriere verließ.

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