TV-Tipp
El Hierro - Mord auf den Kanarischen Inseln

Auf der Kanaren-Insel El Hierro kommt es zu einem Mord, eine gerade dorthin versetzte Ermittlerin übernimmt. Prächtige Landschaftsbilder sind bei «El Hierro» von der ersten Folge an zu sehen, der Fall an sich nimmt aber erst mit Verzögerung Fahrt auf.

Donnerstag, 19.09.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 19.09.2019, 00:04 Uhr
Für die Einheimischen ist Pilars Vater Antonio Diaz (Dario Grandinetti) der Schuldige. Die Richterin Candela (Candela Pena) übernimmt die Ermittlungen.
Für die Einheimischen ist Pilars Vater Antonio Diaz (Dario Grandinetti) der Schuldige. Die Richterin Candela (Candela Pena) übernimmt die Ermittlungen. Foto: Atlantique Productions

El Hierro (dpa) - Sterben möchte wohl niemand gerne, wenige Stunden vor der eigenen Hochzeit schon gar nicht. Dem jungen Fran widerfährt aber genau dieses Schicksal - und alles spricht für einen Mord.

Das Besondere: Die achtteilige Arte-Serie «El Hierro» (ab Donnerstag, 20.15 Uhr) spielt auf der kleinsten der sieben Kanarischen Inseln, der Kreis der Verdächtigen ist daher ebenfalls klein - und die Ermittlungserfolge bleiben so gut wie nie geheim. Dass Ermittlerin Candela (Candela Peña, 46, «Princesas») gerade erst auf die Insel versetzt wurde, macht die Tätersuche nicht einfacher.

Ein Hauptverdächtiger ist aber doch schnell gefunden: Für die Einheimischen kann nur Brautvater Antonio Díaz der Täter sein. Auch Richterin Candela stellt Díaz in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen, kommt aber lange nicht dahinter, in welche kriminellen Machenschaften sowohl Díaz als auch das Mordopfer Fran verwickelt waren. Oder hat gar Frans Affäre etwas mit seinem Tod zu tun?

Der Fall, den Ermittlerin Candela in «El Hierro» zu lösen versucht, ist kurios, aber erst mit fortlaufender Zeit auch wirklich spannend. Denn in den ersten 90 Minuten der Serie verknüpfen Regisseur Jorge Coira und die Drehbuch-Autoren Pepe Coira, Fran Araújo, Araceli Gonda, Coral Cruz Elemente, die man in Krimis so schon viel zu oft zusammen gesehen hat: Ein Hauptverdächtiger, den alle für schuldig halten, eine unangepasste und mit den örtlichen Begebenheiten noch nicht vertraute Ermittlerin, dazu spielt die Handlung auf einer kleinen Insel, die mehr oder weniger von der Außenwelt abgeschnitten werden kann.

Doch im Mittelteil macht «El Hierro» den wenig inspirierenden Start wett, nimmt Fahrt auf und entwickelt dadurch durchaus jene Spannung, die Zuschauer vor dem Fernseher hält. Die Handlung fokussiert sich dabei sehr auf das wichtigste Thema - die Suche nach Frans Mörder. Zusätzliche Geschichtchen haben kaum Platz, was angesichts der zahlreichen Serien der vergangenen Jahre mit unzähligen Nebensträngen etwas überrascht, aber durchaus Sinn macht.

Hinzu kommt, dass permanent mit dem ganz eigenen Charakter der kleinen Insel gespielt wird. Auf El Hierro leben gerade rund 10 500 Menschen, den Dorftratsch muss man hier nicht lange suchen. Neue Ermittlungsergebnisse machen daher schnell die Runde, Vernehmungen können nicht unbemerkt stattfinden, die Bewohner schließen in der Serie nicht einmal ihre Häuser ab.

Dass «El Hierro» optisch konsequent von verblassten Farben und einem gewissen Retro-Look dominiert wird, verstärkt die leicht geheimnisvolle Atmosphäre, die durch den Ort der Handlung weit abseits des Festlands und vieler grundlegender Institutionen sowieso schon entstanden ist.

Und so wird «El Hierro» trotz manchmal wenig geistreicher Dialoge und fehlender schauspielerischen Höchstleistungen - Darío Grandinetti ist als stoisch-geheimnisvoller Hauptverdächtiger eindeutig die beste Besetzung - doch zu einem spannenden Zeitvertreib in acht Teilen. Gut für die Zuschauer: Arte zeigt am Donnerstag gleich die ersten drei Folgen am Stück und präsentiert damit auch schon den Beginn des spannenderen Mittelteils, der neugierig auf mehr macht.

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