TV-Tipp
Criminal

Eine ganz besondere Krimiserie gibt es nun bei Netflix zu sehen, denn sie spielt fast nur in einem Raum und kommt zu gleichen Teilen aus vier europäischen Ländern. Aus Deutschland sind unter anderem Sylvester Groth, Nina Hoss und Eva Meckbach zu sehen.

Freitag, 20.09.2019, 00:01 Uhr aktualisiert: 20.09.2019, 00:04 Uhr
Nina Hoss als Claudia Hartmann und Sylvester Groth als Kommissar Karl Schulz in der Krimiserie «Criminal».
Nina Hoss als Claudia Hartmann und Sylvester Groth als Kommissar Karl Schulz in der Krimiserie «Criminal». Foto: joseharo

Berlin (dpa) - Verhöre gehören zur Routine in den meisten TV-Krimis. Nun kommt eine Serie, in der es ausschließlich um solche Befragungen von Verdächtigen durch Kriminalbeamte geht. Die Serie «Criminal» mit zwölf Folgen (je drei aus vier Ländern Europas) ist ab Freitag (20.9.) auf Netflix zu sehen.

Sie spielen zu wechselnden Jahreszeiten, sind in sich abgeschlossen und gespickt mit aktuellen Themen wie Folgen des Mauerfalls in Deutschland oder Betrugsvorfälle nach den Terroranschlägen von Paris 2015.

Alle Folgen spielen überwiegend in einem holzvertäfelten und dunklen Verhörraum auf einem Polizeirevier, in dem Verdächtige meist von ein oder zwei Kripobeamten oder Kripobeamtinnen befragt werden.

In den deutschen Episoden (Regie: Oliver Hirschbiegel, «Der Untergang», «Das Experiment») ist es Kommissarin Nadine Keller (Eva Meckbach), die zudem den altgedienten Kollegen Karl Schulz (Sylvester Groth) für seine Arbeit bewerten soll, der offenbar ein Geheimnis hütet. In der ersten Folge («Jochen») sitzen beide Jochen König (Peter Kurth) gegenüber, einem Berliner Immobilienkönig. In einer von Königs Wohnungen ist die Leiche eines Handwerkers gefunden worden, die dort 30 Jahre lang einbetoniert gewesen war. Während es draußen in Strömen regnet (ein Blatt an Königs Schuh weist auf den Herbst hin), nimmt die ruhig erzählte Geschichte eine überraschende Wendung.

So ähnlich gilt das auch für die weiteren deutschen Folgen, in denen Schauspieler wie Christian Berkel und Nina Hoss mitwirken - aber ebenfalls für die Folgen aus den anderen drei Ländern. Für Frankreich (Regie: Frederic Mermoud) wirken zum Beispiel Nathalie Baye und Jérémie Renier mit, für Spanien (Regie: Mariano Barroso) Carmen Machi und Inma Cuesta, und für England (Regie: Jim Field Smith) David Tennant und Lee Ingleby.

Die 45 Minuten langen Episoden wurden in der jeweiligen Landessprache gedreht und mit Untertiteln versehen, sie entstanden in einem Produktionszentrum in Madrid, und als Titel tragen sie lediglich einen Vornamen.

Eva Meckbach (38) ist bald in «Der König von Köln» (9.10., Das Erste) zu sehen, wo sie eine Staatsanwältin spielt, die einen Kölschen Klüngel aufdeckt. Ihre Rolle in «Criminal» beschreibt sie der Deutschen Presse-Agentur wie folgt: «Nadine Keller ist eine junge, ehrgeizige und doch sehr intuitive Kriminalhauptkommissarin. Sie liebt ihren Beruf so sehr, dass sie manchmal Gefahr läuft, über Grenzen zu gehen und sich in Gefahr zu bringen. Aber lieber geht sie das Risiko ein als zu verlieren. Sie will die Menschen wirklich verstehen, alles andere findet sie irgendwie sinnlos.» Meckbach freue sich immer, wenn Krimis sich trauen, neue Wege zu gehen und mutig Geschichten von menschlichen Abgründen erzählen.

Das ist hier eindeutig der Fall. Die Folgen sind Kammerspiele im besten Sinne, in denen Menschen einer scheinbar harmlosen Befragung unterzogen werden, die in Wahrheit ein knallhartes Verhör samt ausgeklügelter Strategie und unvorhersehbaren Wendungen sind. Dabei werden Menschen regelrecht ausgequetscht, Lug und Trug kommen ans Licht, aber auch die Kommissare geraten teilweise auf Abwege. Das ist bis ins Detail exzellent gespielt und sehr spannend erzählt - gerne mehr davon.

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