Volksschauspieler
Hamburger tragen sich in Kondolenzbuch für Jan Fedder ein

Schlangestehen vor dem Eintrag ins Kondolenzbuch für Jan Fedder: Neben Bürgermeister Tschentscher und Polizeipräsident Meyer verfassen weitere Hamburger Trauereinträge. Seine Witwe verabschiedet sich mit einer Traueranzeige.

Sonntag, 05.01.2020, 13:20 Uhr aktualisiert: 05.01.2020, 13:22 Uhr
Jan Fedder starb im Alter von 64 Jahren in Hamburg.
Jan Fedder starb im Alter von 64 Jahren in Hamburg. Foto: Angelika Warmuth

Hamburg (dpa) - Dutzende Hamburger, darunter Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), haben sich in der Hamburger Davidwache in das Kondolenzbuch für den Schauspieler Jan Fedder («Großstadtrevier») eingetragen.

«Hamburg nimmt Abschied von einem großartigen Schauspieler und Menschen», schrieb Tschentscher am Samstag. Die Hansestadt werde den Schauspieler in guter Erinnerung behalten und ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Tschentscher sprach von einem traurigen Tag. Fedder habe «wie ein Botschafter des hamburgischen Lebensgefühls gewirkt», als talentierter Schauspieler, aber auch als Charaktertyp. Er habe Ehrlichkeit vermittelt und Bodenständigkeit verkörpert. «Das hat ihn sehr beliebt gemacht in Hamburg, aber auch weit über die Grenzen Hamburgs hinaus.»

Neben Tschentscher trug sich auch Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer in das Buch ein. «Lieber Janni, danke für die fast 30 Jahre Großstadtrevier, danke für viel mehr als eine Rolle, mit der du uns hervorragend repräsentiert hast. Du bist einer von uns, wir werden dich in unseren Herzen tragen!», schrieb Meyer.

Fedder war am 30. Dezember tot in seiner Wohnung im Hamburger Stadtteil St. Pauli gefunden worden. Er war 2012 an Krebs erkrankt, hatte seit Jahren immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Am 14. Januar ist eine Trauerfeier für den Schauspieler im Michel geplant - dann wäre Fedder 65 Jahre alt geworden.

Mehrere Dutzend Menschen stellten sich am Samstag an, um sich in der Davidwache in das Kondolenzbuch einzutragen. «Wir sind heute hergekommen, weil Jan Fedder eine Persönlichkeit war, ein echter Hamburger», sagte eine Frau.

Seine Witwe Marion Fedder verabschiedete sich am Samstag mit einer Traueranzeige im «Hamburger Abendblatt» von ihrem Mann. Unter der Überschrift «Fertig is fertig, wenn ich sag is fertig!» heißt es dort (Samstagausgabe): «Es ist nie der richtige Zeitpunkt. Es ist nie der richtige Tag. Es ist nie alles gesagt. Es ist immer zu früh. Mein geliebter Jan, Du bleibst für immer in meinem Herzen. In ewiger Liebe Deine Marion.»

Fedder war Ehrenkommissar der Hamburger Polizei. 28 Jahre spielte er in der ARD-Serie «Großstadtrevier» den Hamburger Polizisten Dirk Matthies, der auf dem Kiez für Recht und Ordnung sorgte. Der endgültige Abschied von seiner Paraderolle steht noch aus: In der 33. Staffel der Serie ist Fedder ab dem 27. Januar noch einmal zu sehen - einige davon mit Jan Fedder. Im vergangenen Jahr stand der Schauspieler dafür ein letztes Mal vor der Kamera.

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