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Der Liebhaber meiner Frau

Georg und Christine sind seit 40 Jahren zusammen. Doch dann scheppert es gewaltig. Der Film «Der Liebhaber meiner Frau » packt große Beziehungsthemen in eine Komödie.

Montag, 06.01.2020, 00:01 Uhr aktualisiert: 06.01.2020, 05:04 Uhr
Walter Sittler (l-r), Christian Kohlund und Suzanne von Borsody in der Komödie «Der Liebhaber meiner Frau».
Walter Sittler (l-r), Christian Kohlund und Suzanne von Borsody in der Komödie «Der Liebhaber meiner Frau». Foto: Thorsten Jander

Berlin (dpa) - «Ein gekränktes Herz heilt langsam, manchmal gar nicht.» Das sagt Christine (Suzanne von Borsody) zu ihrem Ehemann Georg (Christian Kohlund). Die Frage, ob ein Herz repariert werden kann, bestimmt die ganze Komödie «Der Liebhaber meiner Frau».

Das Erste strahlt den Film am Montag (6. Januar, 20.15 Uhr) aus.

Für Georg, Bürgermeister aus Leidenschaft, stand die Familie stets an zweiter Stelle. Christine fühlt sich vernachlässigt und missachtet. Jetzt, wo er in Rente geht, befürchtet sie, dass alles noch schlimmer wird. Nach knapp 40 Jahren Ehe ist die Beziehung der beiden mehr als erlahmt. Ausgerechnet am Tag seiner Pensionierung erfährt Georg, dass Christine angeblich einen Liebhaber hat. Er will seine Frau zurückerobern und sucht sich während eines Kuraufenthalts Rat bei seinem Trainer (Walter Sittler). Der ist auch der Liebhaber seiner Frau - oder etwa doch nicht?

Damit ist das Chaos perfekt - oder zumindest eine sehr brave Vorstellung von Chaos. Die Handlung ist amüsant, allerdings auch wenig überraschend. Dass der Film nicht zu bieder gerät, ist den Hauptdarstellern zu verdanken, vor allem den starken Frauenrollen.

Auch die Altherrenprügelei auf einem übergroßen Schachbrett ist eine schöne Szene. Richtig Fahrt nimmt der Film aber immer dann auf, wenn Christine oder ihre Tochter im Mittelpunkt stehen. «Es müsste mehr Filme geben, wo die Frauen ab 60 nicht nur entweder Großmutter sind oder frustriert», sagte Borsody der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe im deutschen Film zu wenig Rollen, die mit 60 oder 70 Jahren noch einmal neu anfangen, ohne dass es skurril wirke, sagte Borsody. Auch die Tochter des Ehepaares (Alice Dwyer), die als Richterin täglich Familiendramen vor Augen hat, sorgt regelmäßig für Szenen zum Schmunzeln. Sie ist es auch, die zu ihren Eltern sagt: «Jede Scheidung lässt sich auf einen Punkt runterbrechen: Vernachlässigung» - das ist ohnehin das große Stichwort in der Ehekomödie vom Grimme-Preisträger Dirk Kummer («Zuckersand») nach dem Drehbuch von Uli Brée («Vorstadtweiber»).

«Ich glaube, dass man den anderen schnell mal vernachlässigt, gerade in der heutigen Zeit, wo die Menschen so wahnsinnig gefordert und überfordert sind», sagte Schauspieler Christian Kohlund der dpa. Im Film müssen irgendwann beide Ehepartner herausfinden, was Vernachlässigung bedeutet. Diesen und anderen Beziehungsthemen wie «du hörst mir nie zu», gekränkte Eitelkeit und Routine nähert sich der Film.

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