Kampf für Demokratie
Olof-Palme-Preis für John le Carré

Seine Spionage-Thriller machten ihn weltbekannt. Aber John le Carré war immer mehr als nur ein Bestsellerautor.

Freitag, 10.01.2020, 10:39 Uhr aktualisiert: 10.01.2020, 10:43 Uhr
John le Carré, britischer Schriftsteller und Spionageexperte, 2017 in Hamburg.
John le Carré, britischer Schriftsteller und Spionageexperte, 2017 in Hamburg. Foto: Christian Charisius

Stockholm (dpa) - Der britische Schriftsteller und Spionageexperte John le Carré erhält den schwedischen Olof-Palme-Preis. Er werde «für seine engagierte und humanistische Meinungsbildung in literarischer Form in Bezug auf die Freiheit des Einzelnen und die Schicksalsfragen der Menschheit» geehrt, teilte die Jury am Freitag mit.

Der 88 Jahre alte Autor, der bürgerlich David Cornwell heißt, bekommt den Preis für das Jahr 2019 am 30. Januar in einer feierlichen Zeremonie in Stockholm verliehen.

Le Carré rufe seine Leser konstant dazu auf, über die großen Machtspiele in der Welt sowie die Gier globaler Konzerne, korrupte Politiker, die Spannungen im Nahen Osten oder auch den alarmierenden Anstieg von Faschismus und Fremdenhass in Europa und den USA zu diskutieren, teilte die Jury zur Begründung mit. Im Geiste von Olof Palme trage er damit in außergewöhnlichem Maße zum Kampf für Freiheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit bei.

Der Palme-Preis ist mit 100 000 Dollar (rund 90 000 Euro) dotiert. Er wurde 1987 in Gedenken an den schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme geschaffen, der ein Jahr zuvor in Stockholm ermordet worden war. Zu den früheren Preisträgern zählen die Friedensnobelpreisträger Denis Mukwege und Aung San Suu Kyi. Im vergangenen Jahr hatte ihn der US-Whistleblower Daniel Ellsberg erhalten.

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