Random Desire
Greg Dulli: Als Rocksänger auch solo eine Urgewalt

Diversen Bands und Projekten lieh Greg Dulli seinen unnachahmlich heiseren Indierock-Soul-Gesang. Mit «Random Desire» liefert er ein Album unter eigener Flagge ab - und überzeugt auch solo.

Montag, 02.03.2020, 11:48 Uhr aktualisiert: 02.03.2020, 11:54 Uhr
Starke Stimme: Greg Dulli.
Starke Stimme: Greg Dulli. Foto: Maciek Jasik

Berlin (dpa) - The Afghan Whigs, The Twilight Singers, The Gutter Twins: Der Mann mit dem für deutsche Ohren seltsamen Namen Greg Dulli hat sich und seine musikalischen Visionen gern hinter Bands oder -Projekten versteckt. Mit «Random Desire» tritt er jetzt solo ins Rampenlicht - und klingt eigentlich wie immer.

Und das ist völlig okay so, denn der mittlerweile 54 Jahre alte US-Amerikaner aus dem US-Bundesstaat Ohio ist sicher einer der charismatischsten Indierock-Sänger überhaupt - die neben Kurt Cobain (Nirvana), Eddie Vedder (Pearl Jam) und Mark Lanegan (Screaming Trees) stärkste Stimme der Grunge-Generation. Wobei Dulli es nie bei Alternative- und Hardrock beließ, sondern immer Blues, Soul und Funk beimischte - Black Sabbath und Led Zeppelin meets Curtis Mayfield und Prince.

Auch auf «Random Desire» (BMG) treffen diese Ingredienzen in einem düster-hypnotischen Soundgebräu zusammen, und Dulli zetert, röhrt, croont und keucht dazu in unnachahmlich heiserer, erotisch aufgeladener Dulli-Manier. Eine Urgewalt.

Das Soloalbum nahm seinen Anfang nach dem bisher letzten Release der Afghan Whigs, «In Spades» von 2017. Unter anderem bedingt durch den Tod von Gitarrist Dave Rosser kehrte Dulli zu seinen «teenage bedroom roots» zurück und fand Inspiration bei «One-man-Bands» wie Prince oder Todd Rundgren.

Vollendet wurde das Werk in der Einsamkeit von Joshua Tree, im Studio von Sound-Ingenieur Christopher Thorne. Der Frontmann spielte vieles selbst, hatte aber auch einige hochkarätige Gäste zur Verfügung: Jon Skibic (Afghan Whigs), Mathias Schneeberger (Twilight Singers) oder Jon Theodore (Queens Of The Stone Age).

«Random Desire» ist mit rund 37 Minuten Spielzeit ein kompaktes, konzentriertes Album geworden, das mehr von der Gesamtatmosphäre als von einzelnen Song-Highlights lebt. Alles in allem stehen diese zehn Lieder Dullis besten Tracks bei seinen Bands und Projekten kaum nach, auch wenn sie seine sehr spezielle Klangwelt nicht erweitern.

Live: 30.03. Köln - Luxor, 31.03. Berlin - Lido

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