Volksaufstand in der DDR
Mord und Massenproteste: «Juni 53» von Frank Goldammer

In seinem Krimi «Juni 53» verknüft Frank Goldammer Zeitgeschichte mit einem brutalen Mord. Das ist informativ und unterhaltsam zugleich.

Dienstag, 07.04.2020, 10:30 Uhr aktualisiert: 07.04.2020, 10:32 Uhr

München (dpa) - Die junge DDR befindet sich im Juni 1953 in ihrer schwersten Krise. Schlechte Lebens- und Arbeitsbedingungen führen zu Massenprotesten. In dieser explosiven Lage muss der Dresdner Kommissar Max Heller den brutalen Mord an einem ehemaligen Unternehmer aufklären.

Erschwert wird seine Arbeit durch die Einmischungen des Stasi-Offiziers Bech, der willkürlich Verdächtige verhaften lässt. Für die Stasi steht der Mord in engem Zusammenhang mit dem Aufstand. Der Klassenfeind will den Arbeiter-und-Bauern-Staat destabilisieren, und dafür ist ihm jedes Mittel recht. Um der Wahrheit zum Recht zu verhelfen, muss der parteilose Max ein großes Wagnis eingehen.

Frank Goldammer setzt seiner Heimatstadt Dresden mit «Juni 1953» ein zeitgeschichtliches Denkmal. Sehr genau fängt er die krisenhafte Situation in der DDR ein. Nicht nur wirtschaftliche Sorgen drücken die Menschen, auch die zunehmende Diktatur treibt viele in den Westen. Die spannende Krimihandlung macht den Roman zu einer informativen und unterhaltsamen Lektüre.

Frank Goldammer: Juni 53, dtv, München, 368 Seiten, 15,90 Euro, ISBN 978-3-423-26232-3

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