Räume zum Verehren
Digitaler Blick in Weimarer Dichterzimmer

Die Corona-Krise hat schon so einigen Kulturplänen auflaufen lassen. Immerhin gibt es digitale Abhilfe. Auch in die historischen Dichterzimmer im Stadtschloss Weimar gibt die Klassik Stiftung nach abgeschlossener Restaurierung nun auf diesem Weg einen Blick frei.

Samstag, 11.04.2020, 12:29 Uhr aktualisiert: 11.04.2020, 12:32 Uhr
Freunde der Literatur erhalten per Internet einen Einblick in das restaurierte historische Dichterzimmer.
Freunde der Literatur erhalten per Internet einen Einblick in das restaurierte historische Dichterzimmer. Foto: Michael Reichel

Weimar (dpa) - Schiller, Goethe und Co.: Mit einem Trailer und einer Fotogalerie macht die Klassik Stiftung Weimar einen Einblick in die restaurierten historischen Dichterzimmer im Stadtschloss möglich.

Video und Bilder seien auf der Internetseite der Stiftung abrufbar, sagte ein Sprecher. Die Stiftung verwaltet unter anderem das Erbe der Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) und Friedrich Schiller (1759-1805).

Eigentlich sollten die Zimmer nach Jahren von Restaurierungsetappen ab Ostern für kleine Gästegruppen zu Führungen wieder geöffnet werden. Aufgrund der Corona-Epidemie sei das so aktuell nicht möglich, deshalb sollten die digitalen Angebote zumindest einen ersten Eindruck vermitteln, hieß es bei der Stiftung.

Die Zarentochter Maria Pawlowna heiratete 1804 den späteren Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach Carl Friedrich (Großherzog Carl Friedrich. Pawlowna (1786 – 1859) galt als Förderin der Künste und ließ ab 1835 - kurz nach Goethes Tod - im Westflügel des Schlosses die Zimmer zu Ehren von Christoph Martin Wieland, Johann Gottfried Herder, Schiller und Goethe errichten. Weimar war Wirkungsstätte der vier Dichter, die wichtige Vertreter der deutschen Klassik sind.

Die Dichterzimmer im Schloss stellen laut Stiftung als Ensemble ein einmaliges Raumkunstwerk dar. Künstler wie Karl Friedrich Schinkel, Clemens Wenzeslaus Coudray und Friedrich Preller der Ältere wirkten bei der Ausgestaltung mit. Zahlreiche Gemälde zieren die Wände.

Die Stiftung ließ die Zimmer über Jahre in Etappen restaurieren. 2005 wurden die Arbeiten am Herderzimmer abgeschlossen, 2014 die Gedächtnisräume für Goethe und Wieland. Nun erscheint auch das Schiller-Zimmer wieder in authentischer Gestaltung - sowie das sogenannten Achteck-Zimmer. Schon Herzogin Pawlowna führte ihren ausgesuchten Besuch zunächst in den Eingangsraum, sagte ein Stiftungssprecher.

Die Arbeiten an den Zimmern sind Teil der Gesamtsanierung des Stadtschlosses. Die Bauarbeiten an der ehemalige Residenz der Herzöge von Sachsen-Weimar und Eisenach werden noch einige Jahre in Anspruch nehmen. Sobald es die Corona-Auflagen wieder zuließen, sollten aber zumindest Führungen durch die Dichterzimmer nach Anmeldung möglich sein, hieß es bei der Stiftung.

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