Jubiläumsjahr
«Bach und Beethoven» in Leipzig

Die Corona-Pandemie hat auch das Beethoven-Jahr erwischt. Zahlreiche Veranstaltungen wurden gestrichen. Das Leipziger Bach-Museum bringt seinen Beitrag mit einiger Verspätung doch noch.

Dienstag, 12.05.2020, 18:57 Uhr
Eine Büste von Bach mit einem Mundschutz aus Noten der Kantate "Mein Herze schwimmt im Blut" im Bach-Archiv Leipzig.
Eine Büste von Bach mit einem Mundschutz aus Noten der Kantate "Mein Herze schwimmt im Blut" im Bach-Archiv Leipzig. Foto: Jan Woitas

Leipzig (dpa) - Bach trägt Mundschutz - und alle Besucher der neuen Ausstellung im Bach-Museum Leipzig müssen es ihm gleichtun. Nur fünf Gäste dürfen gleichzeitig die Räume der neuen Schau «Bach und Beethoven. Wahre Kunst bleibt unvergänglich» betreten.

Sie ist der Beitrag des Museums zum bundesweiten Beethoven-Jahr 2020. Mit sieben Wochen coronabedingter Verspätung wird sie am Donnerstag eröffnet und ist nach Angaben des Museums bis zum 18. Oktober zu sehen.

Wie die Büste Johann Sebastian Bachs im Foyer des Museums müssen die Besucher eine Maske tragen, für die Nutzung der zahlreichen Hörstationen sind eigene Smartphone-Kopfhörer mitzubringen. Kuratorin Henrike Rucker ist froh, dass die Schau doch noch beginnen kann, rechnet aber mit deutlich weniger Publikum. «Wir haben mehr als 50 Prozent ausländische Besucher. Die fallen alle weg», sagte Rucker am Dienstag.

Grundidee der Ausstellung sei zu zeigen, wie das bürgerliche Musikpublikum in Leipzig im frühen 19. Jahrhundert bereit gewesen sei, die schroffe und schwer zugängliche Musik Beethovens wertzuschätzen, sagte der Direktor des Bach-Archivs, Peter Wollny. Und da Ludwig van Beethoven selbst sich vielfach auf Bach bezog, sei so auch Bach wieder in den Fokus gerückt.

Die Ausstellung wartet mit vielen Belegen auf, wie wichtig Bach für Beethoven gewesen ist. «Beethoven hat Bachs Kompositionsweise studiert, indem er sie abschrieb», sagte Rucker. «Er kannte seinen Bach sehr gut.» Zudem unterhielt Beethoven viele geschäftliche Beziehungen nach Leipzig. Seine Werke wurden im Musikverlag Breitkopf & Härtel veröffentlicht. «Als freier Künstler musste er sehen, wo er die besten Konditionen bekam. Und die gab es damals in Leipzig», sagte Rucker.

Das Beethoven-Jahr wird anlässlich des 250. Geburtstages des Komponisten gefeiert. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus mussten jedoch zahlreiche Veranstaltungen abgesagt werden.

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