Gütesiegel
Filmfest Cannes empfiehlt Oskar Roehlers «Enfant Terrible»

Das Filmfestival Cannes verzichtet wegen der Corona-Krise nicht ganz auf seine 73. Ausgabe. Statt Trophäen vergibt es ein Gütesiegel. Ein solches bekommt neben Filmen von Wes Anderson und Steve McQueen auch das Drama von Oskar Roehler.

Mittwoch, 03.06.2020, 20:27 Uhr aktualisiert: 03.06.2020, 20:31 Uhr
Das etwas andere Festival: Trotz Absage haben Festivalleiter Thierry Frémaux (l) und Festivalpräsident Pierre Lescure ihre Arbeit unbeirrt fortgesetzt.
Das etwas andere Festival: Trotz Absage haben Festivalleiter Thierry Frémaux (l) und Festivalpräsident Pierre Lescure ihre Arbeit unbeirrt fortgesetzt. Foto: Thibault Camus

Paris (dpa) - Das Filmfestival Cannes hat die Filme vorgestellt, die dieses Jahr mit dem Gütesiegel «Cannes 2020» in die Kinos und Festivals kommen sollen. Unter ihnen ist das Drama «Enfant Terrible» des deutschen Regisseurs Oskar Roehler.

Der Film erzählt episodenhaft aus dem Leben des 1982 verstorbenen deutschen Filmemachers Rainer Werner Fassbinder mit Oliver Masucci in der Hauptrolle. Der Film soll in Deutschland im Oktober 2020 in die Kinos kommen.

Mit der Auswahl von insgesamt mehr als 50 Filmen, die der künstlerische Leiter Thierry Frémaux auf Dailymotion und Youtube am Mittwoch vorstellte, will das Festival die Werke fördern. Mit der Liste wolle man bekannt geben, welche Filme das Festival gesehen und gemocht hat, um so deren Veröffentlichung in Kinos und bei Festivals zu erleichtern, erklärte Frémaux im Vorfeld. Cannes ist weltweit eines der wichtigsten Branchenereignisse und konnte wegen der Corona-Pandemie dieses Jahr nicht wie üblich im Mai stattfinden.

In die offizielle Auswahl sind neben vielen neuen Namen wieder Regisseure gekommen, die zu den Stammgästen in Cannes gehören, darunter Wes Anderson mit «The French Dispatch». Der Film soll von einer fiktiven Stadt in Frankreich handeln. In den Hauptrollen sind unter anderem Bill Murray, Tilda Swinton und Timothée Chalamet zu sehen. Von den französischen Regisseuren ist François Ozon mit «Été 85» vertreten, der von der Liebe zweier homosexueller Jugendlicher erzählt.

Der britische Regisseur und Künstler Steve McQueen, der für «12 Years a Slave» 2014 den Oscar für den besten Film erhielt, ist gleich mit zwei Produktionen präsent. «Lovers Rock» handelt von der dunkelhäutigen Londoner Gemeinde und spielt in den 70er Jahren, «Mangrove» thematisiert Polizeigewalt gegenüber der schwarzen Bevölkerung. Mit einem Drama über die Krise mit Fünfzig hat es der Däne Thomas Vinterberg in die Auswahl geschafft. In dem Film «Druk» spielt Mads Mikkelsen die Hauptrolle.

Es seien 2067 Spielfilme eingereicht worden, sagte Frémaux. Das sei ein Rekord. Deshalb sei die Form der 73. Ausgabe in Form einer Empfehlungsliste auch das Mindeste, was das Festival habe tun können.

© dpa-infocom, dpa:200603-99-296476/3

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