TV-Tipp
Der «Amsterdam-Krimi»: Tod im Hafenbecken

Steuerhinterziehung und die Ermordung eines Investigativ-Journalisten - ein brisanter Mix für einen TV-Krimi. Mittendrin Hannes Jaenicke als ausgebrannter Undercover-Cop.

Donnerstag, 04.06.2020, 00:01 Uhr aktualisiert: 04.06.2020, 05:02 Uhr
Alex Pollack (Hannes Jaenicke, l.) und Bram de Groot (Fedja van Huet) befragen Femke Pieters (Hannah Hoekstra).
Alex Pollack (Hannes Jaenicke, l.) und Bram de Groot (Fedja van Huet) befragen Femke Pieters (Hannah Hoekstra). Foto: Martin Menke

Berlin (dpa) - Vor zwei Jahren startete der «Amsterdam-Krimi» mit dem Schauspieler, Umweltaktivisten und Dokumentarfilmer Hannes Jaenicke als LKA-Ermittler Alex Pollack. In den beiden ersten Filmen lernten wir einen eigenwilligen Undercover-Polizisten kennen, der sich gerne mal mit seinen humorlosen Vorgesetzten in Düsseldorf anlegt und wegen seiner unkonventionellen Methoden häufig aneckt. In Amsterdam hat der Einzelgänger ein Team vorgefunden, mit dem er klar kommt und das seine Macken akzeptiert. Auch das TV-Publikum empfing Jaenicke mit offenen Armen: Den ersten Fall aus der Reihe sahen mehr als vier Millionen, der zweite kratzte fast an den fünf Millionen. An diesem Donnerstag läuft um 20.15 Uhr im Ersten eine neue Episode des «Amsterdam-Krimis» unter dem Titel «Tod im Hafenbecken».

Als der von den Bürohengsten strafversetzte Pollack einen Anruf seines niederländischen Kollegen Bram de Groot (Fedja van Huêt) erhält, zögert er nicht lange. In Amsterdam wurde der investigative Journalist Julian Scheer (Anatole Taubman) ermordet. Pollack soll den Kollegen helfen, die Tat aufzuklären. Scheer recherchierte in Sachen Steuerhinterziehung internationaler Großkonzerne, hatte bereits ein Buch über das Thema geschrieben - und wurde offen bedroht. Seine Freundin Femke Pieters (Hannah Hoekstra), die in die meisten Recherchen eingeweiht war, ist natürlich am Boden zerstört, als sie vom Tod ihres Freundes erfährt. Aber diese Frau hat auch ihre eigenen Geheimnisse, wie Pollack und seine Kollegen bald feststellen müssen.

Wie schon in den ersten Filmen kommt der Amsterdam-Krimi auch diesmal politisch brisant und gesellschaftskritisch daher. Regisseur Peter Stauch hat keine brave Mördersuche mit vielen Verdächtigen in Szene gesetzt, sondern bemüht sich darum, gesellschaftliche Fehlentwicklungen aufzuzeigen. «Die Ermordung der Malteser Aufdecker-Journalistin Caruana Galizia und der NSA-Skandal um Edward Snowden haben zur Rahmenhandlung zwischen Aufdecker-Journalismus, Steuerparadies und Staatsinteressen beigetragen», sagt Drehbuchautor Peter Koller laut ARD.

Dabei gelingt der Spagat zwischen Anspruch und Unterhaltung diesmal ganz gut, was natürlich auch an dem routinierten Protagonisten Hannes Jaenicke liegt. Den ausgebrannten Undercover-Cop nimmt man ihm jederzeit ab. Der 60-Jährige macht dabei vor der Kamera immer noch eine sehr gute Figur: «Da ich mittlerweile offiziell zur Corona-Risikogruppe und den sogenannten "Best-Agern" gehöre, freut es mich, dass ich fast alle Stunts immer noch selber machen kann. Auch wenn vieles jetzt mehr wehtut als früher», so Jaenicke im ARD-Pressetext. Und natürlich darf er sich auch ein wenig verlieben, obwohl in diesem Fall die knallharte Wirtschaftskriminalität eindeutig im Vordergrund steht.

Der nächste Amsterdam-Krimi «Das verschwundene Kind» läuft bereits am nächsten Donnerstag (11. Juni) um 20.15 Uhr im Ersten.

© dpa-infocom, dpa:200602-99-276545/2

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