Animationsfilm
Arche auf Abwegen: «Ooops! 2 - Land in Sicht»

Richtig gute Animationsfilme aus Deutschland sind rar gesät. Einer davon: «Ooops! Die Arche ist weg...» von 2015. Nun wird die Geschichte über die vermeintlich wahren Begebenheiten auf der Arche Noah in Knuddeloptik weitererzählt. Erneut an Bord: Christian Ulmen.

Montag, 21.09.2020, 14:33 Uhr aktualisiert: 21.09.2020, 14:37 Uhr
Quallenmädchen Jelly ist ein flauschiges Fabelwesen.
Quallenmädchen Jelly ist ein flauschiges Fabelwesen. Foto: -

Hamburg (dpa) - Die Geschichte von der biblischen Arche, mit der Noah eine Heerschar Tiere vor der Sintflut rettet, gehört zu den großen Erzählungen der Menschheit. Bei der Lektüre dürfte sich aber so mancher schon gefragt haben: Wie soll das gehen?

Löwen und Antilopen, Krokodile und Kaninchen - kurz: Fleischfresser und ihre Beute - zusammengepfercht auf einem Boot? Die Antwort, die der Animationsfilm «Ooops!» gibt, lautet: Dave. Das flauschige Wesen mit Bommel-Ohren schuftet auf der Arche als Kombüsen-Koch und versorgt das restliche Getier mit Selbstgekochtem, um zu verhindern, dass es sich gegenseitig auffrisst. Sein Problem ist nur: Langsam werden die Vorräte knapp. Und die Stimmung kippt.

Der maßgeblich in Deutschland erdachte Animationsfilm «Ooops! Die Arche ist weg...» spielte bereits 2015 geschickt mit der Noah-Erzählung. Er füllte mit Fantasie die Leerstellen aus, die die Bibel ließ und nahm eine ganz andere Perspektive ein: die der Tiere. Teil dieser Fantasie ist auch Dave. Angebliche Gattung: Nestrier. Wer sich die heutige Tierwelt anschaut, wird keine Nestrier entdecken. Es handelt sich um eine ausgedachte Spezies. Nun wird die Geschichte weiter erzählt: «Ooops! 2 - Land in Sicht» kommt in die Kinos.

Wieder dreht sich die Geschichte um den Sohn von Dave, den kleinen Nestrier Finny und seine Freundin Leah. Leah ist ein Grymp - auch das eine Fantasie-Tierart. Während ihre Eltern versuchen, die Schiffskantine trotz knapper Ressourcen am Laufen zu halten, gehen die beiden auf unglückliche Weise über Bord und müssen sich irgendwie durchschlagen.

Finny macht dabei eine sensationelle Entdeckung: Er landet in einer Art Atlantis von Nestriern. Die Kolonie wurde vor 50 Jahren als Refugium der sanftmütigen Spezies vor ihren vielen Fressfeinden gegründet. Dementsprechend abgeneigt ist man dort, mit Grymps, der Arche oder überhaupt irgendwem in Kontakt zu treten.

Der Film versucht kindgerecht, das Thema Sicherheit gegen Freiheit zu verhandeln. Ist die Kolonie das Paradies? Oder nur ein Luxus-Gefängnis? Vor allem die Animation der flauschigen Fabelwesen können sich in der Film-Kooperation (Regie: Toby Genkel, Sean McCormack) aus Deutschland, Luxemburg und Irland sehen lassen. Manch andere Dinge sind etwas offensichtlich von Genre-Hits wie «Ice Age» inspiriert (der berühmte Nager-Sidekick mit der Nuss ist bei «Ooops» eine weiße Taube).

Kinder dürften ihren Spaß haben, für ihre Eltern ist es zumindest angenehm unnervig. Dave wird erneut von Schauspieler Christian Ulmen (44, «Tatort») gesprochen, der dem kleinen Koch passend zur Seefahrt einen norddeutschen Einschlag verleiht.

Ooops! 2 - Land in Sicht, Deutschland 2020, 82 Min., FSK ab 0, von Toby Genkel und Sean McCormack, mit Christian Ulmen, Janin Ullmann

© dpa-infocom, dpa:200917-99-597201/5

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