«Nach der Sonne»
Jonas Eika und sein surreales Flimmern

Der dänische Autor erzählt Geschichten aus einer Welt voller globaler Krisen, die sich aus Ausbeutung und Ungleichheit, Verzweiflung und Gewalt speisen. Seine Figuren müssen in extremen Umgebungen ihr Leben meistern.

Dienstag, 06.10.2020, 14:54 Uhr aktualisiert: 06.10.2020, 14:56 Uhr

Berlin (dpa) - Rätselhaft, apokalyptisch und voller Zauber sind die Geschichten im Erzählband «Nach der Sonne» von Jonas Eika.

In eine Welt voller globaler Krisen, die sich aus Ausbeutung und Ungleichheit, Verzweiflung und Gewalt speisen, setzt der 1991 geborene Däne seine Protagonisten auf der Suche nach so etwas wie Gefühl und Zusammengehörigkeit in extreme Umgebungen. Die Orte in Eikas Zweitling sind zugleich fremd und nah, dystopisch und real. Da ist etwa eine Wüste in Nevada, in der ein trauerndes Ehepaar nach dem Verlust seiner Töchter auf einer Art Burning-Man-Festival Frieden sucht.

In der hervorragenden Sommer-Doppelstory «Bad Mexican Dog» über minderjährige Strichjungen in Mexiko tariert der Autor präzise das Spiel aus Macht und Unterdrückung aus. Seine Sprache trieft buchstäblich vor Schweiß, Parfüm, Blut, Sperma, Aftersun und Wasser.

Die fünf Erzählungen in «Efter solen» - so der Originaltitel - vermitteln jenes flimmernde Gefühl, in einer unruhigen Zukunft das Bessere zu finden. Für «Nach der Sonne» erhielt Eika den Literaturpreis des Nordischen Rates, gelobt wurden sein phantasievoller Ausdruck und der «echte Sinn für poetische Magie».

- Jonas Eika: Nach der Sonne, Hanser Verlag, 160 S., 20,00 Euro, ISBN 978-3-446-26782-4.

© dpa-infocom, dpa:201006-99-840950/2

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