Transitus
Ayreon: Eine magische Welt mit Gothic und Horror

Das Konzeptalbum «Transitus» ist ein weiterer Teil des Projekts Ayreon. Der Niederländer Arjen Anthony Lucassen hat es wieder einmal geschafft, ein musikalisches Mammut-Epos auf die Beine zu stellen.

Samstag, 10.10.2020, 09:21 Uhr aktualisiert: 10.10.2020, 09:24 Uhr
Mit Zug ins Große: Arjen Anthony Lucassen.
Mit Zug ins Große: Arjen Anthony Lucassen. Foto: Lori Linstruth

Den Haag (dpa) - Der Niederländer Arjen Anthony Lucassen galt einst in der Schule als schwer erziehbar, dabei hatte er eigentlich nur die Welt der Musik für sich gefunden und den Grundstein für seinen Einstieg in die Welt des Heavy Metal und Progressive Rock gelegt.

Und da geht er unbekümmert an schwere Sachen heran, etwa mit seinem nunmehr über 20 Jahre dauernden Projekt Ayreon, für das er immer wieder über einen langen Zeitraum hinweg Ideen und Fragmente sammelt, um diese schließlich in eine Form zu gießen.

So geschehen auch mit seinem neuesten Werk «Transitus», an dem der 60-jährige Multiinstrumentalist nach eigenem Bekunden knapp drei Jahre gearbeitet hat. «Ein bisschen mehr geht immer», meint er zu diesem neuen Opus, das an seine Mammut-Musikepen wie «Into the Electric Castle» (1998), «The Human Equation» (2004), «01011001» (2008), «The Theory Of Everything»" (2013) und zuletzt «The Source» (2017) anknüpft.

Das Debütalbum «The Final Experiment» (1995) erklärt auch den Namen des Projekts: Die Erde steht 2084 vor der Zerstörung, doch sollen Botschaften in die Vergangenheit die Menschheit vor dem Untergang warnen, und einer der Empfänger dieser Nachrichten ist der blinde Minnesänger Ayreon.

Dieses Konzeptalbum strebt nun in höhere Sphären, denn derartige Werke gelten unter Musikern und Fans als Königsklasse der Veröffentlichungen. Vergleiche mit Jethro Tulls «Thick as a Brick» (1972), «The Lamb Lies Down On Broadway» von Genesis (1974) und Pink Floyds «The Wall» (1979) sind durchaus erlaubt.

Hatte Arjen Lucassen früher seine Inspiration häufig aus Wissenschaft und Science-Fiction gezogen, taucht er jetzt für seine im Jahr 1884 spielende Geschichte tief in die Gothic- und Horror-Welt ein. Musikalische Paten sind dabei John Carpenter («Halloween»), Ennio Morricone («Spiel mir das Lied vom Tod») oder Jerry Goldsmith («Das Omen»). Auch vor Rockopern wie «Jesus Christ Superstar» oder «Tommy» hat der Niederländer keine Angst.

«Der Spirit von Progressive Rock besteht darin, zu experimentieren und immer wieder Neuland zu betreten», sagt Lucassen zu seinem Werk. «Hoffentlich genießen Sie die magische Welt von 'Transitus'.»

© dpa-infocom, dpa:200916-99-580949/4

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