Wegen Corona
Frankreichs Buchhandel mobilisiert gegen Schließung

Die neu verhängten Corona-Maßnahmen treffen die Buchbranche hart. In Frankreich geht sie dagegen mit unterschiedlichen Aktionen vor.

Samstag, 31.10.2020, 13:06 Uhr aktualisiert: 31.10.2020, 13:08 Uhr
Frankreichs Buchbranche rebelliert gegen die neu verhängten Corona-Maßnahmen.
Frankreichs Buchbranche rebelliert gegen die neu verhängten Corona-Maßnahmen. Foto: Frank Rumpenhorst

Paris (dpa) - Unterschriftensammlung, Aufruf zum Boykott und Verschiebung renommierter Literaturpreise: Frankreichs Buchbranche macht gegen die neu verhängten Corona-Maßnahmen mobil.

Der Wirtschaftszweig wehrt sich dagegen, dass sie als nicht «lebenswichtige» Geschäfte schließen müssen, während Baumärkte, Weinhändler und fast alle anderen Groß- und Einzelhändler offenbleiben dürfen. «Herr Präsident, entscheiden wir uns für die Kultur, indem wir die Buchhandlungen wieder öffnen» lautet eine von Schriftstellern, Verlegern und Buchhändlern unterzeichnete Petition an Frankreichs Staatsoberhaupt Emmanuel Macron.

Der Protest zielte auch gegen Supermärkte und Handelsketten mit Buchabteilungen, die zu den Geschäften gehören, die geöffnet bleiben dürfen. Die Regierung kündigte deshalb noch am Freitagabend die zeitweise Schließung ihrer Buchabteilungen an. Aus Solidarität mit den unabhängigen Buchhändlern haben mehrere Literatur-Akademien die Verkündung ihrer Preise verschoben, darunter auch die renommierte Académie Goncourt. Der Prix Goncourt sollte am 10. November bekanntgegeben werden.

Seit Freitag herrscht in Frankreich wieder ein landesweiter Lockdown. Nur als lebenswichtig geltende Wirtschaftszweige, der öffentliche Dienst und Schulen bis zur Mittelstufe dürfen geöffnet bleiben. Die strikten Maßnahmen sollen bis zum 1. Dezember gelten.

© dpa-infocom, dpa:201031-99-155798/2

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