ZDF-Samstagskrimi
«Der Kommissar und das Meer»: Rosenkrieg auf Gotland

Die erfolgreiche Krimireihe «Der Kommissar und das Meer» geht auf das Ende zu: In seinem vorletzten Fall bekommt es Kommissar Robert Anders mit Polizisten zu tun, die auf die schiefe Bahn geraten sind.

Samstag, 21.11.2020, 00:01 Uhr
Kommissar Robert Anders (Walter Sittler) in einer Szene des TV-Krimis «Der Kommissar und das Meer - Aus glücklichen Tagen».
Kommissar Robert Anders (Walter Sittler) in einer Szene des TV-Krimis «Der Kommissar und das Meer - Aus glücklichen Tagen». Foto: Marion von der Mehden

Berlin (dpa) - Walter Sittler ist längst einer der dienstältesten Ermittler im deutschen Fernsehen. Seit 2007 ermittelt der 1952 geborene Schauspieler in der ZDF-Krimiserie «Der Kommissar und das Meer» als Robert Anders auf der meist grauverhangenen schwedischen Ostseeinsel Gotland. Die Zuschauer scheinen diesen bedächtigen, abgeklärten, aber immer hellwachen und empathischen Polizisten und Vater zweier Söhne zu mögen.

«Der Kommissar und das Meer» erreicht fast immer starke Quoten: Im Mai diesen Jahres sahen 5,63 Millionen Zuschauer (Marktanteil 20,9 Prozent) die Folge «Auf dunkler See». Trotzdem wird bald Schluss sein, das ZDF stellt die Serie ein. Der Sender begründete den Schritt damit, neue Formate entwickeln zu wollen. In diesem Herbst wurde der letzte Film gedreht. Der vorletzte Fall von Walter Sittler und seinem bewährten Team, der Gerichtsmedizinerin Ewa Svensson (Inger Nilsson) und Andy Gätjen als Thomas Wittberg, läuft an diesem Samstag um 20.15 Uhr im Zweiten.

«Aus glücklichen Tagen» heißt dieser düstere TV-Krimi, der seinen tragischen Ausgangspunkt in einem vermeintlichen Suizid auf der Nachbarinsel Farö nimmt. In die dubiose Sache sind Polizisten verwickelt. Ihr Kollege Sigge Sundström (Matti Boustedt), ein Freund des Toten, schöpft Verdacht, wird kaltgestellt, gemobbt und nach Gotland versetzt.

Der unberechenbare, cholerische Einzelgänger Sigge hat aber noch einen Haufen anderer Probleme: Seine Frau Nala (Anna Ullerstam) hat ihn samt kleiner Tochter verlassen und zieht gerade mit ihrem neuen Lover zusammen. Ein ganz schmutziger Rosenkrieg droht. Und bei einer mysteriösen Einbruchsserie hängt Sigge auch noch mit drin. Dennoch rollt der unbeirrbare Robert Anders gegen den Rat seiner Kollegen den alten Fall noch einmal auf, und das schwarze Schaf Sigge scheint rehabilitiert zu werden.

Der routinierte Grimmepreis-Träger Miguel Alexandre («Grüße aus Kaschmir») hat bei der Folge «Auf dunkler See» Regie geführt, das Drehbuch geschrieben und war auch für die Kamera verantwortlich. Trotzdem kann die Geschichte nicht ganz überzeugen. Der zweite Plot, der sich um die Einbrüche dreht, passt sich nur schwerlich in die Dramaturgie des Falls ein. Vielleicht ist die oft unterkühlt wirkende Schwedenkrimi-Serie nach insgesamt 29 Folgen wirklich auserzählt.

Ein wenig aus der Zeit gefallen wirken jedenfalls auch die biederen schwedischen Ordnungshüter in ihren Uniformen mit Goldknöpfen. Auch die Drehorte verströmen bisweilen den Charme eines Heimatmuseums. In diesem angestaubten Ambiente geben Robert Anders und sein Team immer noch eine sehr lebendige Vorstellung ab.

© dpa-infocom, dpa:201118-99-376856/3

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