Er ist Freddy Schenk
Nimmermüder «Tatort»-Kommissar - Dietmar Bär wird 60

Dietmar Bär verkörpert einen der dienstältesten «Tatort»-Kommissare. Köln als Dienstsitz von «Freddy Schenk» ist dem Schauspieler auch privat ans Herz gewachsen.

Donnerstag, 04.02.2021, 12:00 Uhr aktualisiert: 04.02.2021, 12:03 Uhr
Dietmar Bär liebt seine «Tatort»-Rolle.
Dietmar Bär liebt seine «Tatort»-Rolle. Foto: Henning Kaiser

Köln (dpa) - Für viele Fernsehzuschauer ist er einfach der «Freddy Schenk». Seit mehr als 23 Jahren spielt Dietmar Bär im «Tatort» aus Köln den bodenständig-gemütlich wirkenden Kommissar an der Seite von Klaus J. Behrendt.

«Wenn es nach mir geht, kann es ruhig noch lange so weitergehen», hat Bär der Deutschen Presse-Agentur anlässlich des 80. Kölner «Tatorts» im Januar gesagt. «Ich habe immer noch Lust.» Am 5. Februar wird der Schauspieler 60 Jahre alt.

Bär und Behrendt gehören neben den Ermittlern aus München und Ludwigshafen zu den dienstältesten Kommissaren des ARD-Sonntagabend-Krimis, der 2020 sein 50. Jubiläum feierte. Die Kölner sind dabei für ihre oft sozialkritischen Inhalte bekannt. «Ich finde es gut, dass wir aktuelle Themen aufgreifen», sagt Bär. Auch Köln als Stadt gefalle ihm - so gut, dass seine Frau und er dort neben Berlin einen weiteren Wohnsitz haben.

«Berlin ist ein Magnet, eine riesige Stadt mit allen Vor-, aber auch Nachteilen. Köln hat den schönen Rhein - das ist einfach einzigartig.» Von seiner Wohnung in der Südstadt hat Bär es nicht weit bis zum Rheinauhafen mit seinen auffälligen Kranhäusern.

Außerdem schätze er, dass es in seinem Kölner «Veedel» noch mehrere Metzger gebe. «Ich koche viel selber, und zwar querbeet - mal vegetarisch, mal mit Fleisch. Aber es muss gesund sein und ich möchte wissen, wo es herkommt.» Deshalb kaufe er Lebensmittel am liebsten in regionalen Fachgeschäften.

Geboren und aufgewachsen ist Bär in Dortmund - dort zieht es den Dauerkartenbesitzer bis heute regelmäßig zu den Heimspielen des BVB. Auch als junger Mann blieb er zunächst im Ruhrgebiet verhaftet, er besuchte die Schauspielschule in Bochum. Eine seiner ersten größeren TV-Rollen hatte er ebenfalls in einem «Tatort»: 1984 spielte er einen Fußball-Hooligan in der Folge «Zweierlei Blut» mit Götz George als Kommissar «Horst Schimanski».

Neben zahlreichen TV-Filmen steht Bär auch immer wieder bei Theatern auf der Bühne. Als Hörbuchsprecher hat er Dutzende Titel eingelesen, darunter die «Millennium»-Trilogie von Stieg Larsson. «Es ist schade, dass wegen der Corona-Pandemie zuletzt eine Reihe von Lesungen ausfallen mussten, zum Beispiel bei der Lit.Cologne», meint Bär. «Ich habe ein paar virtuelle Lesungen mitgemacht. Das hat auch funktioniert - aber eigentlich braucht man da schon sein Publikum.»

Jedoch wolle er nicht klagen. Insgesamt sei er bisher gut durch die Corona-Zeit gekommen. «Da bin ich im Vergleich zu freischaffenden Kollegen natürlich in einer privilegierten Situation, weil ich wusste, dass es beim Fernsehen weitergeht.» Die Dreharbeiten für drei «Tatort»-Folgen seien im vergangenen Jahr wie geplant abgeschlossen worden, außerdem habe er für eine historische Miniserie vor der Kamera gestanden.

Erstaunt habe ihn, wie hitzig Diskussionen über Corona-Schutzmaßnahmen oder Impfungen auch im Familien- und Freundeskreis geführt worden seien: «Da ist auf einmal ein richtiger Riss durch die Landschaft gegangen. Plötzlich kommt man in Erklärungsnot gegenüber anderen, die den Sinn des Ganzen anzweifeln. Das ist richtig erschreckend.»

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