Optischer Genuss
Vermessung der Erde: «Auf einem Blatt die ganze Welt»

Die Vermessung der Welt hat bereits etwa vor 3000 Jahren begonnen. Von der ältesten Karte der Welt bis hin zu Google Maps ist es ein weiter Weg. Autor Thomas Reinertsen Berg erklärt diese Entwicklung in seinem schön anzuschauenden Werk.

Sonntag, 07.02.2021, 10:01 Uhr

München (dpa) - Eine Feldzeichnung im Tal von Valcamonica nördlich von Brescia ist die vielleicht älteste Karte der Welt. Von dieser etwa 3000 Jahre alten «Bedolina-Karte» bis zu Google Maps war es ein weiter Weg. Das zeigt Thomas Reinertsen Berg in seinem schön gestalteten Buch über die Entwicklung von Landkarten und Globen.

Anhand von 49 Karten erklärt der norwegische Autor, welche Vorstellungen Menschen vergangener Epochen von der Erde hatten und wie sie ihre Kenntnisse erweiterten.

Die Verfeinerung der Vermessungstechnik konnte dabei bisweilen auch zu bösen Überraschungen führen: Als Ludwig XIV. Ende des 17. Jahrhunderts sein Königreich neu kartieren ließ, stellte sich heraus, dass Frankreich tatsächlich 20 Prozent kleiner war als angenommen! Karten dienten nicht nur der Propaganda wie bei den alten Römern, sie waren auch eine wichtige Kriegswaffe. So entstanden im Ersten Weltkrieg die ersten Luftbilder, die präzise Auskunft über die feindlichen Stellungen gaben. Das Buch ist nicht nur informativ, sondern auch ein optischer Genuss.

Thomas Reinertsen Berg: Auf einem Blatt die ganze Welt. Die Geschichte der Landkarten, Globen und ihrer Erfinder, dtv, München, 352 Seiten, 34,00 Euro, ISBN 978-3-423-28246-8

© dpa-infocom, dpa:210205-99-315883/4

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