TV-Tipp
Die Vorgeschichte vom «Club der roten Bänder» auf Vox

Der «Club der roten Bänder» war eine Erfolgsserie auf Vox. Sechs schwerkranke Jugendliche verbünden sich, um gemeinsam ihrem Schicksal zu trotzen. Ein Film auf Vox erzählt die Vorgeschichte der Serie.

Mittwoch, 07.04.2021, 00:01 Uhr
Die Schauspieler Ivo Kortlang (Toni Vogel, l-r), Danian Hardung (Jonas Till Neumann), Timur Bartels (Alex Breidtbach), Nick Julius Schuck (Hugo Krüger), Tim Oliver Schultz (Leo Roland) und Luise Befort (Emma Wolfshagen).
Die Schauspieler Ivo Kortlang (Toni Vogel, l-r), Danian Hardung (Jonas Till Neumann), Timur Bartels (Alex Breidtbach), Nick Julius Schuck (Hugo Krüger), Tim Oliver Schultz (Leo Roland) und Luise Befort (Emma Wolfshagen). Foto: Henning Kaiser

München (dpa) - Über den Tod sprechen viele nur ungern. Und dennoch gibt es ein Bedürfnis, sich mit Themen wie Krankheit und Sterben auseinanderzusetzen, wie der Erfolg der TV-Serie «Club der roten Bänder» auf Vox zeigte.

Ein paar Jugendliche mit schweren Krankheiten trotzen darin den Widrigkeiten ihres Lebens. Ihren Schicksalen setzen sie Freundschaft und vor allem unbändige Lebensfreude entgegen. Der Film «Club der roten Bänder - Wie alles begann» erzählt die Vorgeschichte der drei Staffeln. Ein spannendes, klug erzähltes und emotionales Drama, das das Leben feiert und Hoffnung gibt über den Tod hinaus - zu sehen am Mittwoch (7.4.) um 20.15 Uhr auf Vox.

Die aus der Serie bekannten Jugendlichen Leo, Jonas, Emma, Alex, Hugo und Toni stecken mitten im Leben. Sie treiben Sport, haben Spaß mit Freunden oder Stress mit Eltern, Geschwistern und Lehrern. Doch eines Tages gerät ihr Alltag aus den Fugen. Bei Leo und Jonas ist es die Diagnose Krebs, während Alex Herzprobleme hat und Emma mit ihrer Magersucht kämpft. Toni wird bei einer Mutprobe schwer verletzt und Hugo liegt nach einem Unfall im Koma.

Harte Schicksale, die sie erstmal nicht einfach so akzeptieren können. Die Klinik als Zuhause? Dass kann sich keiner vorstellen, vor allem nicht Leo, der von seinem Zimmernachbarn Benni (Jürgen Vogel) ständig mit lauter Musik und blöden Sprüchen drangsaliert wird.

Der Film macht deutlich, wie unbegreiflich es ist, wenn das Leben durch eine Krankheit plötzlich ausgebremst wird. Gerade war alles noch so unbeschwert und auf einmal bestimmen Untersuchungen, Operationen und Todesängste den Alltag. Doch deshalb aufgeben? Auf gar keinen Fall, findet Albert Espinosa, auf dessen Lebensgeschichte die Serie und der Film beruhen. Als Jugendlicher hatte er Krebs und war selbst mehr als zehn Jahre lang im Krankenhaus. «Die schönste Zeit meines Lebens», bekannte er einmal. Freundschaft und Freude am Leben statt Depression und Einsamkeit. «Es geht nicht darum, zu leben, sondern zu kämpfen», so Espinosas Einstellung.

Regisseur Felix Binder inszeniert den Film deshalb auch nicht als rührseliges Drama mit Druck auf die Tränendrüse, sondern frech, warmherzig und mit sehr viel Humor. Als die Jugendlichen am Ende des Films im Krankenhaus ihren «Club der roten Bänder» gründen, sind sie auf dem besten Wege zu der Erkenntnis, die auch der Kern der TV-Serie ist: «Es ist nicht schlimm zu sterben - es ist nur schlimm, sein Leben nicht zu leben.»

Eine Weisheit, die auch die Schauspieler während der Dreharbeiten begleitet hat, etwa Tim Oliver Schultz, der den Club-Anführer Leo spielt. «Das hat mir die Serie beigebracht: Es gibt so viel schlimmere Dinge auf der Welt, so viel schlimmere Schicksale. Ich bin ein sehr viel dankbarerer und glücklicherer Mensch», sagte er der Deutschen Presse-Agentur, als der Film im Februar 2019 im Kino anlief. Auch die Angst vor dem Sterben sei durch die intensive Beschäftigung mit dem Thema nicht mehr so groß. «Es ist nicht mehr der große, unbekannte Tod. Ich habe mich durch die Rolle sehr viel damit beschäftigt. Ich habe einen sehr viel versöhnlicheren Umgang gefunden.»

Luise Befort, in Film und Serie die magersüchtige Emma, fand das Erlebnis der Gemeinschaft während der Dreharbeiten heilsam: «Man muss da nicht alleine durch, weil man das alleine auch nicht schafft. Wichtig ist, sich Hilfe zu holen und darüber zu reden.»

Doch bei allem Mut und Trotz, aller Fröhlichkeit täuschen weder Film noch Serie darüber hinweg, dass der Tod am Ende doch schmerzlich ist und die Trauer nicht so einfach weggelacht werden kann. «Es wird immer weh tun, einen engen Menschen zu verlieren und das kann man erst mal nicht begreifen. Das ist ein wahnsinniger Schmerz», findet Emma-Darstellerin Befort. «Aber irgendwann kommt man vielleicht an diesen Punkt, an dem man sich erinnert und ein Lächeln im Gesicht hat und denkt, ich bin so dankbar, dass wir das zusammen hatten.»

© dpa-infocom, dpa:210401-99-51522/3

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