Giftgrün
Elíasson flutet Museum Beyeler

Gemeinsam die Welt erforschen, um sie für alle lebenswert zu machen - die Installationen von Ólafur Elíasson laden zu einer ungewöhnlichen Erkundung ein.

Sonntag, 18.04.2021, 11:04 Uhr aktualisiert: 18.04.2021, 11:06 Uhr
Dort, wo in der Fondation Beyerler in Riehen sonst an den Wänden Kunstwerke hängen, können Besucher durch die grüne Wasserlandschaft flanieren.
Dort, wo in der Fondation Beyerler in Riehen sonst an den Wänden Kunstwerke hängen, können Besucher durch die grüne Wasserlandschaft flanieren. Foto: Georgios Kefalas

Riehen (dpa) - Giftgrünes Wasser steht in acht Ausstellungsräumen der Fondation Beyeler, aber es ist kein Unglück passiert: Vielmehr zeigt das Schweizer Museum in der Nähe von Basel eine ungewöhnliche Installation des dänisch-isländischen Künstlers Ólafur Elíasson.

Dafür wurde die Glasfassade des Museums entfernt und ein Teich aus dem Garten in die Räume hinein verlängert. Dort, wo sonst an den Wänden Picassos oder Monets hängen, können Besucher jetzt auf einem Steg durch die grüne Wasserlandschaft flanieren und Seerosen, Muschelblumen und andere Gewächse bestaunen. Die Wände sind leer.

Die Ausstellung «Life» ist rund um die Uhr und auch online zu besuchen. Mit Farb- und Kunsteffekten ausgestattete Kameras liefern immer wieder neue Blicke auf Installation und Besucher. Je nach Wetter und Lichtverhältnissen bietet die Ausstellung auch vor Ort andere Einblicke. Die giftgrüne Farbe kommt von dem pflanzlichen Farbstoff Uranin, der bei Nacht fluoresziert. Im Laufe der Monate verändert sich das Bild durch das Wachstum der Pflanzen. Besucher sollen die Installation auch über Geruch und Geräusche wahrnehmen. Das Museum spricht von einer «Erkundung unserer Vorstellungen von Natur und Kultur.» Die Ausstellung läuft bis 17. Juli.

Elíasson (54) erklärt dazu: «Mit Life arbeite ich aktiv daran, einen Raum der Koexistenz zwischen allen zu schaffen, die Teil der Ausstellung sind, und jenen, die von ihr angesprochen werden – der Kunstinstitution, meinem Kunstwerk, den Besuchenden, anderen Wesen, die daran teilhaben, den Bäumen und anderen Pflanzen im Park, der Stadtlandschaft, die das Museum umgibt und darüber hinaus. Indem wir gemeinsam die Welt erforschen, die wir miteinander teilen, können wir sie, so hoffe ich, für alle Spezies lebenswert machen.»

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