Auftritt vor 14.000 Zuhörern
Barack Obama in Köln: Das T-Wort fällt nicht

In der Kölner Lanxess-Arena treten normalerweise Popbands auf, oder es wird Karneval gefeiert. Am Donnerstagabend ist die Stimmung streckenweise ähnlich. Dabei sitzt nur Barack Obama mit einem Becher auf der Bühne.

Donnerstag, 04.04.2019, 22:53 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 08:05 Uhr
Der ehemalige US-Präsident Barack Obama spricht in der Lanxess Arena in Köln.
Der ehemalige US-Präsident Barack Obama spricht in der Lanxess Arena in Köln. Foto: Inka Englisch

Köln (dpa) - Nein, das T-Wort umschifft Barack Obama so gut es geht. Es gehört zum guten Ton, dass sich ehemalige US-Präsidenten nicht über amtierende US-Präsidenten auslassen, schon gar nicht schlecht. Und deshalb fällt der Name Donald Trump an diesem Abend kein einziges Mal.

Lieber nippt der ehemals mächtigste Mann der Welt zur rechten Zeit an seinem Becher, wenn das Gespräch auf der Bühne der Lanxess-Arena in Köln abdriftet hin zur aktuellen Situation im Oval Office. Obama lächelt das Thema weg. Was insofern passt, als er genau genommen nicht gekommen ist, um über Politik zu sprechen. Sondern über gute Menschenführung. Große Mühen hat er da nicht, Trump zu ignorieren.

«World Leadership Summit» heißt die Veranstaltung am Donnerstagabend, die seit Tagen großflächig damit geworben hat, einen ganz dicken Fisch an den Rhein gelockt zu haben: Barack Obama, der in Deutschland immer noch herausragende Beliebtheitswerte besitzt. Am Ende sind mehr als 14.000 Menschen in einer Halle, in der sonst Popbands auftreten und Kölner Karneval gefeiert wird.

Die Stimmung ist bisweilen ähnlich. «Habt ihr Bock?!» ruft Stefan Frädrich, einer der Chefs des Veranstalters «Gedankentanken», ins Publikum, bevor es los geht. Kurz darauf stimmt er «Viva Colonia» an. Obama wird angekündigt wie ein Box-Star, ein «Weltstar». Dann endlich: das Interview. Obama hält keine Rede, er wird von einem Moderator befragt.

Nach einigen Abstechern ins Private - Obama verrät etwa, dass er nach Ende seiner Amtszeit nicht gewusst habe, wie man eine Kaffeemaschine bedient - wird es dann doch politisch. Vor allem über die Klimapolitik spricht er ausgiebig - und muss dann zwangsläufig auch die aktuelle US-Politik kommentieren. Er sei «zuversichtlich und vorsichtig optimistisch», dass die USA im Klimaschutz bald wieder führend sein werden, sagt Obama. Natürlich seien viele frustriert aufgrund der Haltung der derzeitigen US-Regierung, aber man dürfe nicht vergessen, dass etwa der Staat Kalifornien alle Ziele aus dem Pariser Klimaabkommen umsetze. Im Übrigen setze er auf die Jugend.

Barack Obama

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  • US-Präsident Barack Obama begrüßt am 8.12.2014 Schülerin Adrianna Mitchell während dem «Hour of Code» - Event im Eisenhower Executive Office in Washington (USA).

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  • US-Präsident Barack Obama begrüßt am 12.10.2016 Gäste, die zum «Hispanic Heritage Month» das Weiße Haus in Washington (USA) besuchen.

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  • Der damalige US-Präsidentschaftsbewerber Barack Obama winkt am 24.7.2008 in Berlin nach seiner Rede den Zuhörern zu. Obama hatte damals den Bürgern der Hauptstadt für den ihm bereiteten Empfang gedankt.

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  • US-Präsident Barack Obama verteilt am 10.12.2014 in Washington (USA) Spielzeug, welches vom «Executive Office of the President to the Marine Corps Reserve Toys for Tots Campaign» gespendet wurde.

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  • US-Präsident Barack Obama besucht am 25.4.2016 den Stand von ifm electronic (Automatisierungstechnik) auf der Hannover Messe (Niedersachsen) und schaut durch eine VR Brille. Die USA waren im Jahr 2016 das Partnerland der Messe.

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  • Die zwei Fotos zeigen den US-Präsidenten Barack Obama im März 2009 (links) und Oktober 2016.

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  • Barack Obama überreicht Rock-Legende die amerikanische Freiheitsmedaille.

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  • Barack Obama mit Donald Trump am 10. November 2016.

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  • Barack Obama spricht auf einer Wahlkampfveranstaltung von Hillary Clinton am 3. November 2016.

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  • US-Präsident Barack Obama (l), Tochter Malia (2. von links), Ehefrau Michelle (3. von links) und Tochter Sasha (4. von links) geben am 25.11.2016 in Washington (USA) zu Thanksgiving Essen an Obdachlose und bedürftigte Veteranen aus.

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  • US-Präsident Barack Obama, seine Frau Michelle, Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Ehemann Joachim Sauer gehen am 19. Juni 2013 zum Schloss Charlottenburg in Berlin.

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  • Barack Obamas Silhouette

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  • US-Präsident Barack Obama während des "White House Easter Egg Roll", der Ostereiersuche, am 28. März 2015.

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  • Die Mitarbeiter des Weißen Hauses während Obamas Rede kurz nach Trumps Sieg.

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  • Obama verteilt Süßigkeiten an Halloween im Jahr 2016 und freut sich über ein Kind, das sich als Barack Obama verkleidet hatte.

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  • Barack Obama, Dr. Katharine Hayhoe und Schauspieler Leonardo DiCaprio diskutieren über den Klimawandel. Auch DiCaprio setzt sich seit Jahren dafür ein, über den Klimwandel zu informieren.

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  • Barack Obama am 7.6.2015 in Krün (Bayern).

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  • Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht mit US-Präsident Barack Obama am 8.6.2015 auf einer Wiese bei Schloss Elmau in Elmau (Bayern) vor der Wettersteinspitze.

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  • Barack Obama und US-Army-Kapitän Williams Reynolds während des "Wounded Warrior Ride" am Weißen Haus in Washington am 14. April 2016.

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  • Barack Obama bei einer Zeremonie während der "White House Tribal Nations Conference" am 26. September 2016. Bei der Konferenz sollen Stammesführer die Gelegenheit bekommen, direkt mit der Regierung über wichtige Themen sprechen zu können.

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  • Barack Obama mit einem Seifenblasenring aus einem 3D-Drucker, den die 9-jährige Jacob Leggette beim "White House Science Fair" erstellt hat.

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  • Barack Obama und Michelle Obama bei der Eröffnung des "Smithsonian's National Museum of African American History and Culture" in Washington am 24. September 2016.

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  • Menschen stehen am 22.5.2005 auf der Air Base in Ramstein (Rheinland-Pfalz) vor der amerikanischen Flagge.

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  • Barack Obama in Athen am 15. November 2016.

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Er sage jungen Leute immer: «Ihr würdet euren Großvater niemals darüber entscheiden lassen, was ihr anzieht oder welche Musik ihr euch anhört. Aber ihr lasst ihn darüber entscheiden, was mit der Umwelt geschieht, in der ihr leben werdet?» In Obamas Amtszeit war 2015 das Pariser Klimaabkommen ausgehandelt worden. Sein republikanischer Nachfolger Trump hat dagegen den Austritt der USA aus dem Abkommen eingeleitet.

Auch über «alternative Fakten» verliert Obama klare Worte: «Eine Demokratie definiert sich darüber, dass sie unterschiedliche Meinungen zulässt, aber sie kann nicht funktionieren, wenn grundlegende Fakten infrage gestellt werden.» Er zeigt auf den vor ihm stehenden Tisch mit seinem Pappbecher: Man könne lange darüber diskutieren, ob der zu hoch oder zu niedrig sei. Aber «wenn Sie zu mir sagen: Nein, das ist ein Baum, dann weiß ich nicht, was ich sagen soll.»

Formal ist der ehemalige US-Präsident nur ein Redner unter vielen, unter anderem spricht auch Start-Up-Investor Frank Thelen («Die Höhle der Löwen»). Aber natürlich weiß auch der Veranstalter, warum die Leute gekommen sind. «Während des Interviews mit Barack Obama KEINE Fotos oder Videos!» steht auf Zetteln an den Eingängen. Es bleibt ein frommer Wunsch. Als Obama nach einer Stunde lächelnd und winkend von der Bühne geht, gibt es tosenden Applaus. Und eine Frau seufzt: «Ich könnte dem endlos zuhören...»

Am Freitag will Obama weiter nach Berlin reisen, um sich dort mit «seiner Freundin» Angela Merkel zu treffen, wie er sie nennt. Am Samstag (6. April) will er sich dort zudem bei einem Town-Hall-Meeting den Fragen junger Menschen stellen. Auch für die dürfte er ein paar Botschaften dabei haben.

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