Umfrage
Bürger geben gesellschaftlichem Klima Schulnote 3,6

Schlechte Noten für das gesellschaftliche Klima, den Stand der Demokratie und die Politiker in Deutschland: Zwei Umfragen fördern ein großes Unbehagen bei den Bundesbürgern zutage. Doch die Unzufriedenheit ist in vielen anderen Ländern noch größer.

Donnerstag, 27.02.2020, 17:29 Uhr aktualisiert: 27.02.2020, 17:32 Uhr
«Volksverräterin»: Angela Merkel wird im August 2015 bei einem Besuch im sächsischen Heidenau beschimpft.
«Volksverräterin»: Angela Merkel wird im August 2015 bei einem Besuch im sächsischen Heidenau beschimpft. Foto: Jan Woitas

Berlin (dpa) - Vom respektvollen Umgang bis zum Zusammenhalt: Die Bundesbürger bewerten laut einer Umfrage das gesellschaftliche Klima in Deutschland mit der Schulnote 3,6.

Die meisten (74 Prozent) gaben die Noten 3 und 4, jeder Sechste (17 Prozent) entschied sich für die Noten 5 und 6, wie die repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap für die ARD ergab.

Das Klima im Land hat sich nach Meinung von fast zwei Dritteln der Deutschen (64 Prozent) in den letzten beiden Jahren verschlechtert. Jeder Vierte (25 Prozent) beurteilt die Lage als unverändert, jeder Zehnte (10 Prozent) nimmt eine Verbesserung wahr. Für die Umfrage wurden 1011 Menschen befragt.

Außerdem sind mehr als ein Drittel der Menschen in Deutschland einer weiteren Umfrage zufolge nicht zufrieden damit, wie die Demokratie in ihrem Land funktioniert - diese Zahl hat allerdings abgenommen. Das geht aus einer Umfrage des Forschungszentrum Pew in Washington hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

36 Prozent der Befragten in Deutschland gaben an, sie seien damit nicht besonders oder gar nicht zufrieden. Im Vorjahr waren das noch 43 Prozent. In Deutschland wurden zwischen dem 31. Mai und dem 25. Juli insgesamt 2015 Menschen befragt. Insgesamt befragte Pew Menschen in 34 Staaten.

Die Deutschen sind demnach unzufriedener mit dem Stand der Demokratie in ihrem Land als beispielsweise Schweden (28 Prozent), Niederländer (31 Prozent), Polen (31 Prozent) oder Kanadier (33 Prozent). Wesentlich mehr Unzufriedene als in der Bundesrepublik gibt es dagegen etwa in Frankreich (58 Prozent), Spanien (68 Prozent), Italien (68 Prozent), Großbritannien (69 Prozent) oder auch in den USA (59 Prozent).

Nur eine Minderheit in Deutschland glaubt, dass Politiker den Menschen zuhören: 33 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass die meisten gewählten Politiker sich darum kümmern, was sie denken - 62 Prozent sahen das nicht so. Allerdings ist auch hier die Unzufriedenheit in vielen Ländern, in denen die Befragung lief, deutlich höher: So glauben etwa in Italien 68 Prozent nicht, dass Politiker sich darum kümmern, was sie denken. In Großbritannien lag der Wert bei 70 Prozent, in Spanien und Frankreich bei je 76 Prozent.

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