Demonstrationen
Ungewisser Wahlausgang in den USA: Proteste auf allen Seiten

Während in einigen Bundesstaaten noch Stimmen ausgezählt werden, gehen in den USA vielerorts Menschen auf die Straße. Manche von ihnen sind bewaffnet. Am Rande mancher Proteste kommt es zu Ausschreitungen.

Donnerstag, 05.11.2020, 20:29 Uhr aktualisiert: 05.11.2020, 20:32 Uhr
Anhänger von Donald Trump demonstrieren in Phoenix/Arizona.
Anhänger von Donald Trump demonstrieren in Phoenix/Arizona. Foto: Matt York

Berlin/Washington (dpa) - Angesicht eines ungewissen Ausgangs der Präsidentenwahl sind in mehreren US-Städten Menschen auf die Straße gegangen.

Dabei kam es Medienberichten zufolge teils zu heftigen Ausschreitungen. Viele Trump-Anhänger demonstrierten für einen Stopp der Stimmauszählungen. Biden-Anhänger forderten mehrheitlich, dass jede Stimme gezählt werden soll. Einige Demonstranten trugen Waffen bei sich.

In Phoenix im Bundesstaat Arizona versammelten sich am Mittwochabend (Ortszeit) mehrere Dutzend Trump-Anhänger vor einem Behördengebäude, in dem Stimmen ausgezählt wurden. Mehrere Menschen trugen Waffen wie Automatikgewehre bei sich, wie eine CNN-Reporterin berichtete und auf Bildern zu sehen war. Der Reporterin zufolge forderten einige den Stopp der Auszählung. Andere wollten dagegen, dass alle Stimmen gezählt werden - in der Hoffnung, dass Trump den Demokraten Joe Biden noch einholen würde. In dem südwestlichen Bundesstaat war bis zuletzt unklar, welcher der beiden Kandidaten das knappe Rennen für sich entscheidet.

In Portland im Bundesstaat Oregon kam es am Mittwochabend (Ortszeit) zu Ausschreitungen am Rande einer Demonstration. Zahlreiche Menschen forderten dort, jede Stimme zählen zu lassen. Dabei wurden Schaufensterscheiben zerstört und eine große US-Flagge angezündet, wie auf Bildern zu sehen war. Die Polizei sprach von geladenen Waffen und Feuerwerkskörpern, die auf Polizisten geworfen worden seien. Auch die Nationalgarde sei aktiviert worden. In dem Bundesstaat an der Westküste gewann der Demokrat Joe Biden erwartungsgemäß mit einer deutlichen Mehrheit sieben Wahlleute.

Auch in New York kam es in der Nacht auf Mittwoch zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizeibeamten. Die Polizei meldete, sie habe mehr als 20 Personen festgenommen. Diese hätten einen friedlichen Protest kapern wollen. Waffen seien sichergestellt worden. Auch hier gewann Biden erwartungsgemäß.

In Detroit im Bundesstaat Michigan versammelte sich eine Gruppe von Demonstranten vor einem Auszählungsbüro und skandierte «Stoppt die Auszählung». Unterdessen kamen bei einer Kundgebung auf der Straße Dutzende Demonstranten zusammen, die forderten, jede Stimme auszuzählen. Auf zahlreichen Transparenten war der Slogan «Count every vote» zu lesen. Auch in Chicago und Philadelphia wurden Proteste gemeldet, in Minneapolis blockierten nach Angaben der «New York Times» mehrere Hundert Demonstranten eine Bundesstraße.

© dpa-infocom, dpa:201105-99-223335/5

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