Champions League
Haaland schießt BVB gegen Sevilla ins Viertelfinale

Borussia Dortmund wird vom FC Sevilla stark unter Druck gesetzt - hält aber durch. Erling Haaland macht das, was er immer macht und schießt den BVB ins Viertelfinale der Champions League.

Dienstag, 09.03.2021, 23:32 Uhr aktualisiert: 09.03.2021, 23:34 Uhr
Erling Haaland (r) war Dortmunds Erfolgsgarant beim BVB-Weiterkommen gegen Sevilla.
Erling Haaland (r) war Dortmunds Erfolgsgarant beim BVB-Weiterkommen gegen Sevilla. Foto: Bernd Thissen

Dortmund (dpa) - Erling Haaland fiel auf die Knie und schrie sein Glück in den Abendhimmel. Nach einer dramatischen Schlussphase beim 2:2 (1:0) gegen den FC Sevilla gehört Borussia Dortmund erstmals seit vier Jahren wieder zu den besten acht Teams in Europa.

Wie schon vor drei Wochen in Spanien traf die norwegische Naturgewalt Haaland (35./54. Foulelfmeter) doppelt in unnachahmlicher Manier. Der mit nunmehr zehn Treffern beste Torschütze der Champions League bescherte dem Revierclub damit nicht nur einen großen Prestigegewinn, sondern auch zusätzliche Prämiengelder in Höhe von 10,5 Millionen Euro.

Die Gegentreffer von Youssef En-Nesyri (69./Foulelfmeter und 90.+6) konnten die Dortmunder nach dem 3:2 im Hinspiel am Ende verschmerzen - viel länger hätte die Partie aber nicht sein dürfen. Der Schlusspfiff rettete den BVB gegen die stürmenden Gäste. «Es war ein hartes Spiel», sagte der müde Haaland bei Sky. «Aber in der nächsten Runde zu sein, fühlt sich sehr gut an.» BVB-Lizenzspielerchef Sebastian Kehl äußerte: «Das war am Ende nochmal super eng. Das war ein geiler Fight, ein geiles Weiterkommen. Das haben wir uns verdient.» Trainer Edin Terzic lobte den «herausragenden» Haaland.

Drei Tage nach dem 2:4 in der Bundesliga beim FC Bayern wurde der BVB in der Anfangsphase stark unter Druck gesetzt. Trainer Edin Terzic hatte kurz vor der Partie noch vor den «sehr gefährlichen» Europapokalspezialisten gewarnt, die mit aller Macht den Rückstand aus dem Hinspiel wett machen wollten. BVB-Torwart Marwin Hitz wurde schon in der 3. Minute von Lucas Ocampos per Fernschuss gefordert, der Versuch von Suso ging nur knapp vorbei (18.).

Terzic war an der Seitenlinie überhaupt nicht zufrieden. Im Spielaufbau fehlten dem BVB, der auf mehrere Leistungsträger verzichten musste, zunächst die klare Linie und die Ruhe. Das Tempo von Jadon Sancho wurde schmerzlich vermisst, auch Raphael Guerreiro und Giovanni Reyna waren nicht rechtzeitig fit geworden. Kapitän Marco Reus wurde von Terzic auf die linke Seite beordert.

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke saß nach gut einer halben Stunde stoisch mit verschränkten Armen auf der Tribüne. Dann nutzte der BVB aus dem Nichts die erste eigene Chance zur Führung. Nach Balleroberung schon in der Hälfte der Spanier legte Reus überlegt in die Mitte auf Haaland, der auch in seinem sechsten Königsklassenspiel dieser Saison ein Tor erzielte. Der junge Norweger nahm Reus jubelnd in den Arm.

Die Gäste, die zuletzt drei Pflichtspiele in Serie verloren hatten, reagierten genervt. Der Rekordsieger des kleinen Europapokals (UEFA-Cup und Europa League) brauchte nun drei Tore zum Weiterkommen, erspielte sich vor der Halbzeit aber keine klaren Torchancen mehr. Der BVB kam dagegen dem ersten Viertelfinale seit 2016/17, als der Revierclub unter schlimmsten Begleitumständen des Bombenattentats auf den Teambus gegen die AS Monaco ausgeschieden war, immer näher.

Kurz nach dem Wiederanpfiff bereicherten Schiedsrichter Cüneyt Cakir und sein Team die Geschichte des Videobeweises um eine weitere Kuriosität. Der Unparteiische pfiff das vermeintliche und wohl nach Offensivfoul erzielte 2:0 von Haaland zurück und gab stattdessen Elfmeter für den BVB wegen eines Fouls fast eine Minute zuvor. Den Strafstoß von Haaland hielt Yassine Bounou ebenso wie einen Nachschuss (52.). Weil sich Sevillas Torwart aber zu früh von der Linie bewegt hatte, wurde der Elfmeter wiederholt - und Haaland traf. Für die unsportliche Jubelgeste in Richtung Bounou sah der BVB-Stürmer Gelb (55.).

Sevilla gab nicht auf und belagerte weiter die Dortmunder Hälfte. Den Strafstoß zum Anschlusstreffer verursachte Emre Can mit einem Schubser gegen den früheren Bundesligaprofi Luuk de Jong. En-Nesyri verwandelte sicher und sorgte Sekunden vor Schluss für kurzzeitige Hochspannung.

© dpa-infocom, dpa:210309-99-756568/5

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