Bundesliga
Ära Gisdol beim 1. FC Köln beendet - Funkel als Nachfolger?

Den geforderten Sieg hat er nicht geschafft, damit ist das Kapitel Gisdol beim 1. FC Köln beendet. Jetzt soll ein Spezialist helfen, der eigentlich schon im Ruhestand ist.

Montag, 12.04.2021, 10:02 Uhr aktualisiert: 12.04.2021, 10:04 Uhr
Musste als Trainer des 1. FC Köln gehen: Markus Gisdol.
Musste als Trainer des 1. FC Köln gehen: Markus Gisdol. Foto: Thilo Schmuelgen

Köln (dpa) - Seine bisherigen Spieler bekamen am Montag frei, der Club präsentiert womöglich schon den Nachfolger: Nach 18 Monaten ist die Ära Markus Gisdol beim 1. FC Köln beendet.

Bereits wenige Stunden nach der bitteren 2:3-Niederlage gegen den FSV Mainz 05 und dem Sturz auf einen Abstiegsplatz vermeldete der rheinische Club kurz vor Mitternacht die sofortige Freistellung des Cheftrainers. «Bis zum Saisonende sind es jetzt noch sechs Spiele, in denen wir unbedingt unser Ziel, den Klassenerhalt, erreichen wollen. Dafür müssen wir Ergebnisse erzielen. In dieser Hinsicht haben wir in den letzten Wochen stagniert. Mit einem Trainerwechsel wollen wir der Mannschaft für diese entscheidende Phase mit einer neuen Konstellation einen neuen Impuls geben», teilte FC-Geschäftsführer Horst Heldt mit.

Über die Nachfolge informiere der Club zeitnah, hieß es in der Mitteilung. Bekommen wird womöglich einer der vielen Vorgänger Gisdols den Job: Berichten zufolge könnte Routinier Friedhelm Funkel die Aufgabe übernehmen, den Club vor dem Gang in die 2. Liga zu bewahren.

Der 67-Jährige bestätige dem Kölner «Express» entsprechende Kontakte mit seinem ehemaligen Club. Am heutigen Montag sei der Trainer-Routinier zum finalen Gespräch am Geißbockheim. Gegen 21.30 Uhr am Sonntagabend habe er einen Anruf von Heldt erhalten. «Es sieht gut aus, dass wir das hinbekommen. Ich weiß, dass die Aufgabe anspruchsvoll wird», sagte Funkel, der von 2002 bis 2003 schon einmal Cheftrainer der Kölner war, nach dem Gespräch mit dem FC-Geschäftsführer.

Gisdol hätte gegen den unmittelbaren Konkurrenten FSV Mainz 05 einen Sieg benötigt, am Ende stand eine unglückliche Niederlage mit dem Mainzer Siegtreffer in der Nachspielzeit durch Leandro Barreiro (90.+2). Nachdem Gisdol unmittelbar nach der Partie erst regungslos verharrte und dann emotionslos seine Spieler abklatschte, verschwand der 51-Jährige zügig in den Katakomben. Es war sein letzter Auftritt als FC-Trainer im Kölner Stadion.

«Die Mannschaft, mein Trainerteam und ich haben bis zuletzt alles investiert, um mit guten Leistungen zu guten Ergebnissen zu kommen. Das ist uns nach dem Derby (gegen Borussia Mönchengladbach) nicht mehr geglückt. Das sage ich bewusst so, weil wir uns trotz guter Phasen in den Spielen nicht belohnt haben», sagte der Coach nach seinem 51. und letzten Bundesligaspiel beim 1. FC Köln. Die vergangenen acht konnte er nicht gewinnen, in der Tabelle ist die Mannschaft auf den vorletzten Platz zurückgefallen mit drei Punkten Rückstand auf einen rettenden Rang.

Heldt, der dem Trainer zuvor ein Ultimatum von Woche zu Woche gestellt hatte, dankte Gisdol für die insgesamt gute Arbeit. «Er hat hier im November 2019 in einer nahezu aussichtslosen Situation übernommen und mit einer sensationellen Serie bis zum Beginn der Pandemie den Grundstein für den Klassenerhalt gelegt - und diesen zusammen mit unserem Team erreicht», sagte der Sportchef.

Nun könnte es also wieder Funkel richten. Der 67-Jährige war zu Beginn des Jahres 2020 bei Fortuna Düsseldorf beurlaubt worden und wollte seine Trainerkarriere damit eigentlich beenden. Er wurde 2002 schon einmal als Retter in Köln engagiert, konnte damals aber den Abstieg nicht verhindern. Dafür gelang ihm mit dem FC sofort der Wiederaufstieg. In der Saison 2003/04 wurde er dann schon nach zehn Spielen entlassen. Diesmal soll er es in sechs Spielen richten. In Düsseldorf hatte man ihm das nicht mehr zugetraut, und die Mannschaft stieg dann unter seinem Nachfolger Uwe Rösler ab.

© dpa-infocom, dpa:210412-99-168309/5

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