Viel Sonne, wenig Regen
DWD zieht vorläufige Sommerbilanz

Offenbach -

Heiß und schweißtreibend war der Sommer 2018 in vielen Regionen Deutschlands - doch wie unterscheidet er sich von den Vorjahren? Der Deutsche Wetterdienst zieht eine vorläufige Bilanz.

Donnerstag, 30.08.2018, 06:37 Uhr aktualisiert: 30.08.2018, 08:08 Uhr
Die Sonne scheint hinter einem Sonnenblumenfeld im schleswig-holsteinischen Klanxbüll.
Die Sonne scheint hinter einem Sonnenblumenfeld im schleswig-holsteinischen Klanxbüll. Foto: Bodo Marks

Viele sprechen schon jetzt von einem Turbo-Sommer. Was den Sommer 2018 meteorologisch ausmachte, erläutert der Deutsche Wetterdienst (DWD) an diesem Donnerstag in einer vorläufigen Bilanz.

Ausgeprägtes Regendefizit

Dafür wurden erste Daten von rund 2000 Messstationen zu Sonnenscheindauer, Niederschlägen und Temperaturen ausgewertet. In der kommenden Woche, wenn alle Werte vorliegen und überprüft wurden, wollen sich die DWD-Klimatologen noch einmal zum Sommer 2018 äußern.

Interessant dürfte in der diesjährigen Sommerbilanz sowie dem Rückblick auf den August der Blick in den Norden und Osten Deutschlands sein. Bereits seit dem Frühling war regelmäßig über ein ausgeprägtes Regendefizit berichtet worden. Dürreschäden in der Landwirtschaft und Waldbrandgefahr in ausgedörrten Wäldern gehörten zu den Folgen des Wassermangels.

Zahlen und Fakten zum Sommer der Extreme

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  • Von Anfang April bis Ende Juli war es dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge noch nie so warm seit Beginn der flächendeckenden Aufzeichnungen im Jahr 1881. Demnach war es 3,6 Grad wärmer als im langjährigen Vergleich. Rekordniveau erreichten vor allem die Monate April und Mai.

    Foto: Julian Stratenschulte
  • 39,5 Grad war die bisherige Temperaturspitze in diesem Sommer. Der Wert wurde am 31. Juli in Bernburg in Sachsen-Anhalt gemessen. Den Hitzerekord seit Beginn der Aufzeichnungen hält allerdings Kitzingen in Bayern. Sowohl am 5. Juli 2015 als auch am 7. August 2015 registrierte der DWD an seiner dortigen Messstation 40,3 Grad.

    Foto: Patrick Seeger
  • Sogenannte Tropennächte, bei denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt, gab es in diesem Frühjahr und Sommer bereits eine ganze Reihe. Besonders warm war es in der Nacht zum 1. August. So erlebte Berlin mit einem Tiefstwert von 24,4 Grad an zwei Messstellen seine bislang wärmste Nacht seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

    Foto: Julian Stratenschulte
  • Noch nie wurde zwischen April und Juli so wenig Niederschlag registriert. Im Vergleich zur vieljährigen (1961-1990) mittleren Niederschlagssumme betrug das Defizit 110 Millimeter. Besonders trocken war es in Sachsen-Anhalt, so die Experten vom DWD.

    Foto: Tino Plunert
  • In den vier Monaten gab es überdurchschnittlich viele Sonnenstunden. Der Juli war nach 2006 mit vielerorts 300 bis 350 Stunden der zweitsonnigste seit Messbeginn im Jahr 1950.

    Foto: Bodo Marks
  • Im Juli erreichte die Nordsee nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie die zweithöchste Oberflächentemperatur seit 50 Jahren: 16,3 Grad im Schnitt. Im Juli 2014 war das Wasser nur 0,1 Grad wärmer. Die Ostsee stellte mit einer mittleren Oberflächentemperatur von 20,0 Grad sogar einen neuen Rekord auf.

    Foto: Hauke-Christian Dittrich

Starkregen und heftige Gewitter

Doch auch Unwetter mit Starkregen und heftigen Gewittern prägten in anderen Teilen Deutschlands den Sommer 2018. Wiederholt waren der Bahn- und Flugverkehr von Extremwetter betroffen.

Auch wenn die 40-Grad-Marke in diesem Sommer nirgends durchbrochen wurde, könnte es durchaus lokale Rekordwerte geben, vermutete ein DWD-Sprecher vor der Veröffentlichung der Sommerbilanz. In den vorausgegangenen Monatsbilanzen für Juni und Juli hatte der DWD den ersten beiden Sommermonaten bereits besonders viel Sonne und Wärme bei deutlich zu wenig Regen bescheinigt.

Hitzewelle ist vorbei

Im Juli hatten sogenannte Tropennächte, in denen es 20 Grad und wärmer war, vielen Menschen den Schlaf geraubt - am Donnerstag werden auch die Werte für August veröffentlicht.

Neue Höchstwerte sind an den letzten Tagen des Monats nicht mehr zu erwarten: Das Tief «Wanda», das derzeit über Deutschland hinwegzieht, hat dicke Regenwolken im Gepäck und verfehlt mit Höchsttemperaturen bis 24 Grad die offizielle Sommer-Marke von 25 Grad.

 

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