Schlimmste Brände aller Zeiten
Feuer in Kalifornien: Zahl der Toten steigt weiter

Große Gebiete Kaliforniens stehen in Flammen. Das «Camp»-Feuer ist schon jetzt das mit den meisten Todesopfern in der Geschichte des Bundesstaats. Föhnwinde und Trockenheit könnten die Lage erneut verschärfen - und die Zahl der Toten steigt.

Mittwoch, 14.11.2018, 07:30 Uhr aktualisiert: 14.11.2018, 11:00 Uhr
Rettungskräfte suchen nach Todesopfern in einem ausgebrannten Wohnwagenpark in Paradise.
Rettungskräfte suchen nach Todesopfern in einem ausgebrannten Wohnwagenpark in Paradise. Foto: John Locher

Paradise (dpa) - Die Zahl der Toten beim verheerendsten Feuer in der Geschichte Kaliforniens steigt weiter an. Am Dienstag (Ortszeit) seien sechs weitere Leichen in Häusern in dem Ort Paradise gefunden worden, teilte Sheriff Kory Honea bei einer Pressekonferenz mit.

Damit sei die Gesamtzahl der bislang entdeckten Toten bei dem «Camp»-Feuer auf 48 gestiegen - mehr als je zuvor durch ein Feuer in Kalifornien seit Beginn der Aufzeichnungen. Nahe Malibu, wo das «Woolsey»-Feuer wütet, waren bislang zwei Leichen entdeckt worden. Dutzende Menschen werden weiter vermisst. Beide Feuer sind bislang nur zu je etwa einem Drittel eingedämmt.

Paradise gleicht unterdessen einer Geisterstadt, wie eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur von vor Ort berichtete. Bewohner werden noch nicht wieder in den Ort zurückgelassen, während die Such- und Aufräumarbeiten voranschreiten. Der Ort sei massiv zerstört, an vielen Stellen qualme es noch. Die Luft sei komplett verraucht, es rieche beißend, alle Menschen trügen Schutzmasken. Die Schutzunterkünfte rund um den Ort herum seien voller Bedürftiger, massenhaft würden Spenden abgegeben.

Waldbrände in Kalifornien

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  • USA, Magalia: Feuerwehrmann Jose Corona ist bei einem Waldbrand im Einsatz.

    Foto: Noah Berger
  • 9.11.2018, USA, Malibu: Eine Rauchwolke von den Waldbränden in Kalifornien steigt über Malibu auf.

    Foto: Uncredited
  • Das «Camp Fire» brennt auf einem Hügel in der Nähe von Big Bend. Die schweren Waldbrände in Kalifornien haben verheerende Schäden angerichtet und mehrere Menschen das Leben gekostet.

    Foto: Noah Berger
  • USA, Simi Valley: Ein Feuerwehrmann zieht einen Schlauch über eine Straße. Die Brände in Kalifornien haben bereits Hunderte Quadratkilometer Wald verkohlt und Tausende Häuser zerstört.

    Foto: Zhao Hanrong
  • USA, Magalia: Ein Feuerwehrmann kämpft gegen die Flammen in einem Waldgebiet an.

    Foto: John Locher
  • USA, Simi Valley: Ein Feuerwehrmann bekämpft ein Feuer neben einer Straße.

    Foto: Zhao Hanrong
  • USA, Malibu: Feuerwehrleute kämpfen gegen das Woolsey-Feuer.

    Foto: Ringo H.W. Chiu
  • USA, Chico: Joseph Grado und seine Frau Susan umarmen sich in einem Schutzraum für Brandopfer in der East Avenue Church.

    Foto: Hector Amezcua
  • USA, Paradise: Cathy Fallon streichelt ihren Hund Shiloh. Bei den aktuellen Waldbränden in Kalifornien brannte das Haus und Grundstück von Cathy Fallon nieder. Dabei wurde der Hund Shiloh verletzt und hat nun sichtbare Brandwunden im Gesicht.

    Foto: John Locher
  • USA, Simi Valley: Ein Mann steht mit einem Gartenschlauch in der Hand auf dem Dach seines Hauses.

    Foto: Chris Rusanowsky
  • USA, Paradise: Das «Camp Fire» brennt auf einem Hügel in der Nähe von Big Bend.

    Foto: Noah Berger
  • USA, Paradise: Figuren stehen auf einem Auto, das vom «Camp Fire» zerstört wurde.

    Foto: Noah Berger
  • USA, Paradise: Feuerwehrmann Shawn Slack trägt eine Motorsäge, nachdem er Bäume gefällt hat, die vom «Camp Fire» verbrannt wurden.

    Foto: John Locher
  • USA, Paradise: Ein Gerichtsmediziner sucht nach menschlichen Überresten in den Trümmern eines Hauses, das vom «Camp Fire» zerstört wurde.

    Foto: John Locher
  • USA, Malibu.

    Foto: Ringo H.W. Chiu
  • USA, Paradise: Ein Schild auf dem Highway 191 warnt Plünderer.

    Foto: Hector Amezcua
  • USA, Malibu: Das Selfie vom Twitter-Feed des Schauspielers Gerard Butler zeigt ihn vor seinem vom Woolsey-Feuer zerstörten Haus in Malibu.

    Foto: Gerard Butler
  • USA, Paradise: Ein «Willkommen»-Schild steht in einer durch das «Camp Fire» zerstörten Wohngegend.

    Foto: Noah Berger
  • USA, Paradise: Durch das «Camp Fire» zerstörte und dem Erdboden gleich gemachte Häuser in Paradise.

    Foto: Noah Berger
  • USA, Big Bend: Feuerwehrmann Steve Millosovich trägt einen Katzenkäfig, während er das «Camp Fire» bei Big Bend bekämpft.

    Foto: Noah Berger
  • USA, Paradise: Eine Wendeltreppe steht in den Überresten eines ausgebrannten Hauses, das vom «Camp Fire» zerstört wurde.

    Foto: John Locher
  • USA, Malibu: Ein Flugzeug lässt Löschmittel über einem Waldbrand in den Bergen nahe der Malibu Canyon Road ab.

    Foto: Richard Vogel
  • USA, Paradise: Beamte tragen einen Leichensack, der menschliche Überreste enthält, die in einem von dem sogenannten «Camp Fire» ausgebrannten Haus gefunden wurden.

    Foto: John Locher
  • USA, Paradise: Beamte stehen neben einem Leichensack.

    Foto: John Locher
  • USA, Paradise: Ein Beamter trägt einen Leichensack.

    Foto: John Locher
  • USA, Pulga: Während ein Waldbrand in der Nähe wütet, steht das verbrannte Wrack eines Autos neben verbrannten Zapfsäulen.

    Foto: Noah Berger
  • USA, Paradise: Ein verbrannter Kleinlaster steht auf einer Straße.

    Foto: Noah Berger
  • USA, Malibu: Die Bewohner Damon Webb (l) und Brendon O'Neal säubern eine Straße, die nach dem Woolsey-Feuer mit Dreck und Steinen bedeckt ist.

    Foto: Ringo H.W. Chiu
  • USA, Paradise: Die Überreste eines Opfers der Flammen werden in Paradise geborgen.

    Foto: Noah Berger
  • USA, Malibu: Die Überreste eines Autos, das am Pacific Coast Highway stand.

    Foto: Richard Vogel
  • USA, Paradise: Krystin Harvey (l) tröstet ihre Tochter Araya Cipollini an den Überresten ihres ausgebrannten Hauses, das vom «Camp Fire» zerstört wurde.

    Foto: John Locher
  • USA, Malibu: Die Überreste eines Autos, das am Pacific Coast Highway stand.

    Foto: Richard Vogel
  • USA, Malibu: Ein vom Feuer verschontes Haus steht auf einem Hügel hinter verbrannten Palmen am Pacific Coast Highway außerhalb von Malibu.

    Foto: Richard Vogel
  • USA, Malibu: Der Feuerwehrmann Eric Santana sucht nach Glutnestern.

    Foto: Marcio Jose Sanchez
  • USA, Malibu: Eine Buddha-Figur steht vor einem vom Feuer zerstörten Haus im Windermere Drive.

    Foto: Reed Saxon
  • USA, Augura Hills: Blick auf die vom Feuer zerstörte Paramount Ranch, wo eine Reihe von Hollywood-Western gedreht wurde.

    Foto: Marcio Jose Sanchez
  • 9.11.2018, USA, Santa Monica: Die dichten Rauchwolken der Waldbrände ziehen über Santa Monica.

    Foto: Mark J. Terrill
  • 9.11.2018, USA, Los Angeles: Ein Löschflugzeug vom Typ DC-10 fliegt über Calabasas.

    Foto: Mark J. Terrill
  • USA, Paradise: Vom Feuer zerstörte Autos.

    Foto: Rich Pedroncelli
  • USA, Paradise: Ausgebrannte Autos stehen auf einer Straße.

    Foto: Noah Berger
  • USA, Paradise: Polizist Randy Law kümmert sich um ein Pferd, das aus dem Feuer gerettet werden konnte.

    Foto: Noah Berger
  • USA, Los Angeles: Bei der Stadt Calabasas im Südwesten des San Fernando Valley in Kalifornien brennen mehrere Häuser.

    Foto: Mark J. Terrill
  • USA, Paradise: Rehe gehen an einem zerstörten Haus vorüber.

    Foto: Noah Berger
  • USA, West Hills: Menschen betrachten ein Feuer auf einem Hügel.

    Foto: Marcio Jose Sanchez
  • USA, Venice Beach: Ein Mann steht am Venice Beach und macht ein Foto einer Rauchwolke, die von den Waldbränden rüberzieht.

    Foto: Gene Blevins
  • USA, Paradise: Krankenhausbetten und andere medizinische Gerätschaften stehen auf einem Parkplatz außerhalb des Feather River Hospitals, das zuvor geräumt wurde.

    Foto: Rich Pedroncelli
  • USA, Malibu: Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen in dem Wohnkomplex am Pacific Coast Highway im Point Dume Gebiet.

    Foto: Reed Saxon
  • USA, Malibu: Pferde, die vor dem Feuer gerettet werden konnten, werden am Zuma Beach festgebunden.

    Foto: Erick Madrid
  • USA, Paradise: Ausgebrannte Autos stehen an einer Straße.

    Foto: Noah Berger
  • USA, Paradise: Eine Maske liegt nach einem Waldbrand vor einem ausgebrannten Haus.

    Foto: Rich Pedroncelli
  • SA, Los Angeles: Menschen, die wegen eines Waldbrandes evakuiert wurden, sind in der Taft Charter High School untergebracht.

    Foto: Richard Vogel
  • USA, Malibu: Ein Feuerwehrmann ist im Einsatz, während ein Haus in der Nähe des Malibou Lake brennt.

    Foto: Ringo H.W. Chiu
  • USA, Malibu: Abgebrannte Autos stehen in der Nähe des Malibou Lake.

    Foto: Ringo H.W. Chiu
  • USA, Malibu: Feuerwehrleute schieben ein Fahrzeug aus einer Garage, während ein Haus in der Nähe des Malibou Lake brennt.

    Foto: Ringo H.W. Chiu
  • USA, Malibu: Ein Haus brennt in der Nähe des Malibou Lake.

    Foto: Ringo H.W. Chiu

Einsatzkräfte gehen davon aus, dass starke Winde und die knochentrockene Landschaft, in die sich die Feuer zunehmend fressen, die Lage verschärfen dürften. Die leicht entflammbare Vegetation, fehlender Niederschlag und eine geringe Luftfeuchtigkeit seien die «perfekten Zutaten für ein explosives dynamisches Brandwachstum», sagte Chris Anthony von der kalifornischen Brandschutzbehörde der «Los Angeles Times». Die Kalifornier sollten sich auf eine «lange und potenziell tödliche» Feuersaison einstellen. Es werde schlimmer, als es sich die Bevölkerung jemals habe vorstellen können.

Die Brände, die vorigen Donnerstag im Norden und im Süden des Staates ausgebrochen waren, zerstörten bereits Hunderte Quadratkilometer Wald und Tausende Häuser. Hunderttausende Menschen mussten sich in Sicherheit bringen. Mehrere Tausend Feuerwehrleute sind im Einsatz, um die Flammen zu bekämpfen.

Auch die Villen mehrerer Stars in der hügeligen Gegend um Malibu brannten ab - darunter die Häuser von Moderator Thomas Gottschalk, Popstar Miley Cyrus und Schauspieler Gerard Butler. Der US-Rapper Kanye West und seine Frau Kim Kardashian hatten Medienberichten zufolge ihr Anwesen in Hidden Hills mit privaten Feuerwehrleuten vor dem «Woolsey»-Feuer schützen können.

US-Präsident Donald Trump sprach am Dienstag von verheerenden Bränden, wie es sie noch nicht gegeben habe. «Wir trauern um jene, die ihr Leben verloren haben», sagte er im Weißen Haus in Washington. «Wir beten für die Opfer.» Trump dankte Feuerwehrleuten, Katastrophenschützern und Rettungskräften für ihren Einsatz in Kalifornien. Man werde alles Erdenkliche tun, um die Betroffenen in der Region zu schützen. «Es ist eine sehr schwierige Situation.»

Am Wochenende hatte Trump mit einem Kommentar zu den Bränden in Kalifornien Empörung ausgelöst und sich viel Kritik eingehandelt. Er hatte Behörden Versäumnisse und Fehler beim Forstmanagement vorgeworfen und mit dem Entzug von Bundesmitteln gedroht - während die Einsatzkräfte gegen die Flammen kämpften und Bewohner um ihr Leben bangten.

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