Altbundespräsident
Gauck: Vielen Ostdeutschen fehlt der Durchsetzungswille

Harte Worte von einem Alt-Bundespräsidenten, der selbst aus dem Osten stammt: Joachim Gauck attestiert vielen Ostdeutschen eine Charaktereigenschaft, die sie daran hindert, erfolgreicher zu sein.

Dienstag, 02.04.2019, 12:32 Uhr aktualisiert: 02.04.2019, 12:36 Uhr
Joachim Gauck war von 2012 bis 2017 Bundespräsident.
Joachim Gauck war von 2012 bis 2017 Bundespräsident. Foto: Jörg Carstensen

Berlin (dpa) - Sehr vielen Ostdeutschen fehlt nach Ansicht von Alt-Bundespräsident Joachim Gauck «dieser absolute Durchsetzungswille».

Sie hätten sich eine Wettbewerbsmentalität wie ihre Landsleute im Westen nicht auf natürlichem Wege antrainieren können, sagte Gauck am Montagabend in Berlin nach einer Filmvorführung. Eine Ost-Quote für die Besetzung von führenden Positionen befürwortete der heute 79-Jährige, der selbst aus dem Osten stammt, nicht.

Als Preview gezeigt wurde die ZDF-Dokumentation «30 Jahre Mauerfall - Joachim Gaucks Suche nach der Einheit», die erstmals am 4. April auf ZDFinfo (20.15 Uhr) zu sehen ist. Gauck trifft sich in dem Film mit völlig unterschiedlichen Menschen und versucht, ihre teils kontroversen Ansichten zum Zustand Deutschlands zu erkunden.

Zu Wort kommen in dem Streifen der Autoren Stephan Lamby und Florian Huber auch der heutige Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, Autor Navid Kermani, die frühere DDR-Oppositionelle Marianne Birthler sowie die einstige AfD-Chefin Frauke Petry und Pegida-Gründer René Jahn aus Dresden.

Im Live-Gespräch mit ZDF-Chefredakteur Peter Frey betonte Gauck, er sei in den Gesprächen dichter an das Gefühl des Missbehagens bei vielen herangekommen. Dass es das trotz persönlich guter Lebensverhältnisse gebe, besorge ihn. Zugleich sei er zuversichtlich, dass Deutschland solidarisch bleibe.

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