Neue Regelungen geplant
Fahrradfahren soll sicherer werden

Berlin -

Der Radweg ist zugeparkt, Autos ziehen beim Überholen dicht vorbei, Laster biegen riskant rechts ab - Fahrradfahren kann gefährlich sein, vor allem in der Stadt. Neue Vorschriften sollen das ändern.

Mittwoch, 12.06.2019, 08:43 Uhr aktualisiert: 12.06.2019, 09:24 Uhr
Auf dem Fahrradweg zwischen den Autos hindurch. Neue Vorschriften sollen das Radfahren sicherer machen.
Auf dem Fahrradweg zwischen den Autos hindurch. Neue Vorschriften sollen das Radfahren sicherer machen. Foto: Monika Skolimowska

Mehr Platz und mehr Rechte für Radler, strengere Regeln für Autos: Radfahren soll in Deutschland sicherer werden. «Das Rad ist gleichberechtigter Teil des Straßenverkehrs», sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Freitag.

Konkret will er mit mehreren Gefahrenquellen und Ärgernissen für Radfahrer Schluss machen. Sie sollen im Straßenverkehr auch schneller vorankommen als bisher. Es geht nicht nur um neue Halteverbote und Überholabstände für Autos, sondern zum Beispiel auch um grüne Pfeile an der Ampel. Zuerst berichtete die «Bild»-Zeitung darüber.

ADFC fordert Tempo 30 in Städten

«Wir werden nun damit auf die Länder zugehen, damit diese für den Radverkehr wichtigen Maßnahmen schnellstmöglich in Kraft treten können», teilte Scheuer mit.

Radfahren vor allem in Städten kann riskant sein. 382 Fahrradfahrer kamen laut Statistischem Bundesamt 2017 in Deutschland ums Leben, 2018 waren es nach vorläufigen Angaben mindestens 50 mehr.

Scheuer will nun vieles umsetzen, was Radfahrer schon länger fordern - etwa den Überholabstand und Schritt-Tempo beim Rechtsabbiegen für Lastwagen. Wenn demnächst auch Elektro-Tretroller im Straßenverkehr unterwegs sind, dürfte es auf den Radwegen noch enger werden. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat auch gefordert, Tempo 30 in Städten zur Regel zu machen und Tempo 50 zur Ausnahme - das findet sich in Scheuers Plänen aber nicht wieder.

Gegenseitige Rücksichtnahme

Der Autofahrerclub ADAC begrüßte die Pläne als «Chance, Konflikte zwischen Radverkehr und Auto zu entschärfen». Wichtig seien alle Maßnahmen, die die Übersicht erhöhen - «so etwa an Kreuzungen und Einmündungen». Dafür Parkverbote auszuweiten sei zwar «schwierig», aber dennoch «hinzunehmen» mit Blick auf die Verkehrssicherheit. Entscheidend sei aber, gegenseitig Rücksicht zu nehmen, sich an Regeln zu halten und zuverlässig zu kontrollieren.

Die Grünen vermissen in Scheuers Plänen eine Regelung zu Abbiegeassistenten für Lkw, die Fahrer beim Abbiegen warnen oder sogar abbremsen, wenn Fahrradfahrer oder Fußgänger neben dem Fahrzeug sind. Eine solche Regelung könne es Kommunen ermöglichen, nur Lkw mit diesen technischen Hilfen einfahren zu lassen, sagte der radpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Stefan Gelbhaar.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6673819?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686136%2F2686186%2F
Nachrichten-Ticker