Österreicherin als Patient 0
Corona Hot-Spot? Virus schon seit Anfang Februar in Ischgl

Ischgl/Wien (dpa) - Das Coronavirus hat sich laut der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) schon seit Anfang Februar im beliebten und zuletzt in den Fokus geratenen Wintersportort Ischgl ausgebreitet.

Donnerstag, 02.04.2020, 20:01 Uhr
Eine geschlossene Apres-Ski-Bar in dem österreichischen Ferienort Ischgl.
Eine geschlossene Apres-Ski-Bar in dem österreichischen Ferienort Ischgl. Foto: Jakob Gruber

Die Ages teilte am Donnerstagabend mit, dass eine Tirolerin nach ihren Recherchen bereits am 8. Februar mit dem Coronavirus infiziert war. Damit korrigierte die Agentur ihre Angaben von einer Pressekonferenz am Vormittag, wonach Patientin 0 eine Schweizerin gewesen sein sollte, die sich am 5. Februar infiziert haben dürfte.

Die Tirolerin wurde erst im März positiv auf Sars-CoV-2 getestet, wie die Ages der österreichischen Nachrichtenagentur APA mitteilte. Die Frau war laut Ages Mitarbeiterin in einem Après-Ski-Lokal in Ischgl.

Das Land Tirol war zuletzt wegen seines Krisenmanagements heftig kritisiert worden. Dem Land wird vorgeworfen, den Skibetrieb nicht schnell genug beendet zu haben. Vor allem die Après-Ski-Partys mit vielen internationalen Gästen gelten inzwischen als Keimzellen und Verteiler des Virus. Ischgl war dabei besonders in den Fokus geraten.

Ages-Experte Franz Allerberger hatte am Donnerstagmorgen erklärt, dass sich derzeit rund 600 Corona-Infektionen in Österreich auf Ischgl und die umliegenden Gemeinden zurückführen ließen. Im Ausland könnte diese Zahl laut Allerberger bis zu zwei Mal so groß sein. Laut dem Ages-Experten ist der Barkeeper, der nach bisheriger Ansicht viele Menschen angesteckt haben soll, nicht der einzige Verteiler des Virus gewesen. Der Mann sei lediglich als Erster von den in Ischgl Erkrankten zum Arzt gegangen und Anfang März positiv getestet worden.

Die Ages gehört zu den wichtigsten Organisationen bei der Bewältigung der Coronavisus-Krise in Österreich. Mit Stand 31. März wurden rund 17 Prozent aller Corona-Tests in der Alpenrepublik in Laboren der Ages ausgewertet.

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