Ursprungsort der Pandemie
Chinesische Stadt Wuhan wieder geöffnet

Vor elf Wochen wurde Wuhan, wo die Pandemie begonnen hatte, von der Außenwelt abgeschottet. Jetzt werden die Beschränkungen aufgehoben - aber die strengen Maßnahmen zur Vorbeugung gegen das Virus nicht.

Dienstag, 07.04.2020, 21:47 Uhr aktualisiert: 07.04.2020, 21:50 Uhr
Ein Paar mit Mundschutz sitzt auf einer Bank im chinesischen Wuhan. In der Stadt, in der die Corona-Pandemie begann, fallen nach elf Wochen die letzten Bewegungsbeschränkungen für die elf Millionen Bewohner.
Ein Paar mit Mundschutz sitzt auf einer Bank im chinesischen Wuhan. In der Stadt, in der die Corona-Pandemie begann, fallen nach elf Wochen die letzten Bewegungsbeschränkungen für die elf Millionen Bewohner. Foto: Ng Han Guan

Wuhan (dpa) - Mehr als zweieinhalb Monate nach der Abriegelung der chinesischen Elf-Millionen-Metropole Wuhan ist der Ursprungsort der Pandemie wieder geöffnet worden. Erstmals seit Anfang Januar meldete China am Dienstag auch keine neuen Todesfälle mehr.

Schon seit Wochen gab es den offiziellen Angaben zufolge täglich nur noch wenige neue Infektionen und vor allem nur noch «importierte» Fälle bei heimkehrenden Chinesen und anderen Reisenden aus dem Ausland.

Um Mitternacht (18.00 Uhr MESZ) wurden die Kontrollpunkte auf den Straßen von Wuhan aufgehoben, wo das neue Coronavirus Ende November oder Anfang Dezember ausgebrochen war. Es hatte sich danach in China und weltweit verbreitet. Wie die Stadtregierung am Dienstag mitteilte, wird der normale Verkehr mit Autos, Bussen, Zügen, Flugzeugen und Fähren «in einer geordneten Weise» wieder aufgenommen.

Die zuständigen Stellen wurden aufgerufen, in der Prävention und der Kontrolle des Sars-CoV-2 genannten Virus nicht nachzulassen. Auf lokaler Ebene solle der Strom von Personen überwacht werden. Weiter solle Fieber gemessen und Mundschutz getragen werden. Kindergärten, Schulen und Hochschulen blieben vorerst weiter geschlossen. Wann der Unterricht wieder aufgenommen werde, müsse auf wissenschaftlicher Basis entschieden werden, hieß es weiter.

Die elf Millionen Bewohner sollten weiter der Vorbeugung große Aufmerksamkeit schenken. Ungeachtet der Öffnung Wuhans sollten sie ihr Wohnumfeld, die Stadt und die Provinz Hubei «möglichst nicht verlassen». «Die Öffnung der Verkehrsströme bedeutet nicht, dass die Prävention und die Kontrolle aufgehoben werden», hieß es weiter in den Anweisungen. «Die Tore zur Stadt aufzumachen, bedeutet nicht, dass Wohnungen geöffnet werden.» Örtliche Stellen hätten dafür Sorge zu tragen, dass es keine neuen Ansteckungen gebe. Es darf auch nur reisen, wer jüngst keinen Kontakt zu Infizierten hatte.

Nirgendwo in China wurden so viele Infektionen und Todesfälle gemeldet wie in Wuhan, dessen Krankenhäusern Ende Januar und im Februar völlig überfordert waren. Von den mehr als 80.000 offiziell gemeldeten Infektionen in China waren 50.000 allein in der Metropole. Ähnlich waren von den landesweit mehr als 3300 aufgeführten Toten durch die Lungenkrankheit Covid-19 mehr als 2500 in Wuhan zu beklagen. Es wird aber davon ausgegangen, dass bei weitem nicht alle Fälle in der offiziellen Statistik mitgezählt wurden.

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