15 Jahre nach der Tat
Deutsche in Australien getötet: Neue Hinweise nach Belohnung

15 Jahre ist der Fall alt: Eine junge Frau aus Würzburg wird in Australien getötet. Nun gibt es Bewegung bei den Ermittlungen - auch in Deutschland.

Dienstag, 10.11.2020, 13:44 Uhr aktualisiert: 10.11.2020, 13:46 Uhr
Die australische Polizei untersucht noch immer den Fall der vor 15 Jahren getöteten Deutschen (Symbol).
Die australische Polizei untersucht noch immer den Fall der vor 15 Jahren getöteten Deutschen (Symbol). Foto: Dave Hunt

Sydney/Würzburg (dpa) - 15 Jahre nach der bisher ungeklärten Tötung einer deutschen Touristin in Australien haben die Ermittler dort neue Hinweise erhalten. Diese Erkenntnisse im Bundesstaat New South Wales seien nun Teil der laufenden Ermittlungen, sagte ein Sprecher der dortigen Polizei.

Unabhängig davon bestätigte die Staatsanwaltschaft in Würzburg, dass mittlerweile die Ermittlungen gegen einen Beschuldigten eingestellt worden seien. Dabei handele es sich aber nicht um den Freund der Getöteten, der als Hauptverdächtiger gilt, sondern um einen Mitreisenden.

Die 25 Jahre alte Erzieherin aus dem Landkreis Würzburg war gemeinsam mit ihrem Freund mit einem Working-Holiday-Visum in Australien unterwegs. Anfang 2005 kamen für einige Wochen zwei Bekannte aus Deutschland dazu, die vier hatten sich gemeinsam auf einem Campingplatz in Lismore im Nordosten von New South Wales einquartiert. Dort verschwand die junge Frau plötzlich. Wenige Tage später wurde ihre Leiche nahe dem Campingplatz unter Palmwedeln gefunden. Untersuchungen ergaben, dass die Frau Opfer eines Verbrechens geworden war.

Die australischen Behörden hatten im Oktober eine Million australische Dollar für Hinweise zum Tod der jungen Frau ausgesetzt. Die umgerechnet etwa 600.000 Euro sollte es für Informationen geben, mit denen die Verantwortlichen des Verbrechens verhaftet und verurteilt werden könnten.

Einzelheiten zu den neuen Hinweisen aus Australien wurden nicht bekannt. Es könnte neue DNA-Untersuchungen und eine erneute Überprüfung von Beweisen geben, hieß es. Es handele sich um eine «interessante Entwicklung», sagte der örtliche Kriminalinspektor Grant Erickson der Zeitung «Northern Star».

Neben den neuen Hinweisen in Australien hätten die Behörden in Deutschland in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass eine bislang als verdächtig eingestufte Person nun als Zeuge klassifiziert werde, hieß es weiter. Auch diese Entwicklung werde von den Ermittlern in Australien überwacht. Die Polizei in New South Wales sei mit ihren deutschen Kollegen in ständigem Kontakt.

Zu den neuen Hinweisen aus Australien wollten sich weder die Staatswaltschaft noch die Polizei in Würzburg äußern. Die Ermittlungen gegen den einen Beschuldigten seien «unabhängig von der erfolgten Auslobung in Australien» eingestellt worden, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

© dpa-infocom, dpa:201110-99-277488/3

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