«Strategisch richtig»
Bayer-Aufsichtsrat verteidigt Konzernchef Baumann

Die Probleme rund um die Monsanto-Übernahme lassen die Mitarbeiter des Pharma- und Pflanzenschutzkonzerns Beyer nicht kalt. Nun meldet sich ein Aufsichtsrat zu Wort.

Samstag, 20.07.2019, 10:57 Uhr aktualisiert: 20.07.2019, 11:02 Uhr
Behälter mit Roundup, einem Unkrautvernichter von Monsanto, stehen in einem Regal in einem Baumarkt.
Behälter mit Roundup, einem Unkrautvernichter von Monsanto, stehen in einem Regal in einem Baumarkt. Foto: Haven Daley

Leverkusen (dpa) - Der DGB-Chef und Bayer-Aufsichtsrat Reiner Hoffmann hat Konzernchef Werner Baumann trotz der durch die Monsanto-Übernahme verursachten Probleme den Rücken gestärkt.

«Ein Chefwechsel würde nichts bringen. Das Wichtigste für Bayer ist es, das Glyphosat-Problem zu lösen und wieder mehr Pharma-Innovationen zu entwickeln», sagte Hoffmann der Düsseldorfer Tageszeitung «Rheinische Post» (Samstag).

«Strategisch ist und bleibt die Übernahme richtig», betonte Hoffmann. Monsanto biete große Chancen im Zukunftsgeschäft Digital Farming.

Mit einer schnellen Beilegung der Glyphosat-Klagen in den USA durch einen Vergleich rechnet der Aufsichtsrat nicht. «Bayer bleibt dabei, dass Glyphosat bei sachgerechter Anwendung sicher ist und wird deshalb weiter in Berufung gehen. Wenn sich später die Frage von Vergleichen stellt, wird dies der Vorstand in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat entscheiden», sagte er.

In den USA sieht sich der Dax-Konzern Tausenden Klagen gegenüber wegen angeblich gesundheitsschädlicher glyphosathaltiger Mittel von Monsanto. In ersten Fällen wurde Bayer bereits zu hohem Schadenersatz verurteilt, die Richtersprüche sind aber noch nicht rechtskräftig.

Die Probleme rund um die Monsanto-Übernahme gehen der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» zufolge an den Mitarbeitern des Pharma- und Pflanzenschutzkonzerns nicht spurlos vorbei. Die Stimmung unter den Leistungsträgern habe sich nach dem rund 63 Milliarden US-Dollar teuren Erwerb des Glyphosat-Herstellers spürbar verschlechtert, berichtete die «FAZ» (Samstag) unter Berufung auf eine Umfrage des Führungskräfteverbandes VAA. Vor allem im Bereich der Strategie werde der Konzern von den eigenen Managern inzwischen deutlich schlechter bewertet als noch vor einem Jahr.

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