Jahresausblick
Was bleibt 2020 im Portemonnaie?

Die meisten Verbraucher werden sich auch 2020 über mehr Geld freuen können. Arbeitnehmer profitieren vom robusten Stellenmarkt, Azubis von der neuen Mindestvergütung. Und auch Rentner gehen nicht leer aus.

Dienstag, 31.12.2019, 15:42 Uhr aktualisiert: 31.12.2019, 15:46 Uhr
Konjunkturexperten prognostizieren, dass die meisten Verbraucher auch im Jahr 2020 mehr Geld zur Verfügung haben werden.
Konjunkturexperten prognostizieren, dass die meisten Verbraucher auch im Jahr 2020 mehr Geld zur Verfügung haben werden. Foto: Lino Mirgeler

Düsseldorf (dpa) - Trotz der konjunkturellen Eintrübung inDeutschland: 2020 dürfte für die meisten Bundesbürger finanziellwieder ein gutes Jahr werden. Die Löhne und Gehälter derBeschäftigten werden wohl noch einmal spürbar steigen. Und auch dieRentner dürften sich etwas mehr leisten können.

«Die meisten Verbraucher werden mehr Geld im Portemonnaie haben»,prognostizierte der Konjunkturexperte Torsten Schmidt vom RWI -Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung in Essen im Gespräch mitder Deutschen Presse-Agentur. Denn der Arbeitsmarkt werde sich trotzeiniger Probleme in der deutschen Industrie auch 2020 relativ robustentwickeln, und die Inflation bleibe niedrig. Gestützt wird dieseEinschätzung auch vom Herbstgutachten der führenden deutschenWirtschaftsforschungsinstitute. Es geht davon aus, dass die realeKaufkraft der privaten Haushalte im kommenden Jahr um rund 1,5Prozent steigen wird.

Mindestlohn und Rente steigt

Geringverdiener werden 2020 davon profitieren, dass der gesetzliche Mindestlohn zum 1. Januar von derzeit 9,19 Euro auf 9,35 Euro proStunde steigt. Auch für Auszubildende ist von 2020 an erstmals einenach Ausbildungsjahren gestaffelte Mindestvergütung vorgesehen. Werim kommenden Jahr seine Lehre beginnt, soll mindestens 515 Euro imMonat bekommen. Rund elf Prozent der Ausbildungsbetriebe müssendeshalb künftig für ihre Azubis tiefer in die Tasche greifen.

Auch die mehr als 21 Millionen Rentner können im Sommer mit mehr Geldrechnen. Zum 1. Juli 2020 dürften die Renten in Westdeutschland um3,15 Prozent und in Ostdeutschland um 3,92 Prozent steigen, wie ausdem Rentenversicherungsbericht 2019 hervorgeht. Eine monatliche Rente von 1000 Euro, die nur auf West-Beiträgen beruht, dürfte sich dadurch um 31,50 Euro erhöhen, eine gleich hohe Rente mit Ost-Beiträgen um 39,20 Euro. Endgültig wird über die Rentenanpassung allerdings erst im nächsten Frühjahr entschieden, wenn die genauen Zahlen der Lohnstatistik vorliegen.

Inflationsausgleich

Den Bundesbürgern kommt dabei zugute, dass sich der Staat beimZugriff auf das zusätzlich verdiente Geld zumindest ein Stück weitzurückhält. Die Einkommensgrenzen für alle Steuersätze steigen 2019um 1,95 Prozent. Damit soll die Inflation ausgeglichen werden. DerGrundfreibetrag in der Einkommenssteuer erhöht sich für Ledige auf9408 Euro, ein Plus von 240 Euro im Vergleich zu 2019. FürVerheiratete gilt der doppelte Betrag.

Auch wer Sozialhilfe, Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung imAlter bezieht, bekommt im neuen Jahr 1,88 Prozent mehr Geld. Vom 1.Januar an steigt der Regelsatz für Alleinstehende um 8 Euro auf 432Euro im Monat.

Entlastungen bei Pflegekosten

Einige Neuregelungen an anderer Stelle dürften sich ebenfalls positivauf die Finanzlage der Bürger auswirken. So sinken die Beiträge zurArbeitslosenversicherung vom 1. Januar an erneut um 0,1 Punkte aufdann 2,4 Prozent. Für Arbeitgeber und Beschäftigte bedeute dies eineEntlastung von jeweils rund 600 Millionen Euro pro Jahr, betonte dieBundesregierung.

Gute Nachrichten bringt das neue Jahr auch vielen Bundesbürgern, diesich bislang an den Pflegekosten für ihre Eltern beteiligen mussten.Denn nach dem neuen Angehörigen-Entlastungsgesetz werdenunterhaltspflichtige Angehörige erst von einem Jahresbruttoeinkommenvon mehr als 100 000 Euro an für die Kosten der Pflege mitherangezogen. «In etwa 90 Prozent der Fälle werden Angehörige nichtmehr an den Pflegekosten beteiligt werden», prognostiziert dieVerbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Doch manches wird im kommenden Jahr natürlich auch teurer. So wirdauch 2019 die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze, bis zu der in derKranken-, Pflege- und Rentenversicherung Sozialbeiträge gezahltwerden müssen, wieder angehoben. Der vom Arbeitnehmer zu tragendeHöchstbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung etwa steigtdadurch nach Berechnungen der Verbraucherzentrale NRW von 331,24 Euroauf 342,19 Euro im Monat. Allerdings trifft dies nurBesserverdienende.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7160155?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686136%2F2686169%2F
Nachrichten-Ticker