Börse in Frankfurt
BMW, Volkswagen & Co bremsen erneut den Dax

Frankfurt/Main (dpa) - Auch am Donnerstag haben schwache Automobilaktien das Bild am deutschen Aktienmarkt geprägt. Mit ihren Verlusten verhinderten sie wie schon am Vortag, dass der Dax die Stagnation der vergangenen Tage beendet und wieder Kurs auf ein Rekordhoch nimmt.

Donnerstag, 16.01.2020, 18:20 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 18:22 Uhr
Der Dax ist der wichtigste deutsche Aktienindex.
Der Dax ist der wichtigste deutsche Aktienindex. Foto: Fredrik von Erichsen

Zum Ende des Handels verlor der deutsche Leitindex 0,02 Prozent auf 13.429,43 Punkte. Und vergrößerte damit den Rückstand zu den immer wieder auf Höchststände eilenden US-Börsen. Der MDax mittelgroßer Aktientitel stieg um 0,22 Prozent auf 28.470,39 Zähler.

«Die Aktien aus dem Automobilsektor sind erneut der Spielverderber im Dax», sagte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump drohte einem Medienbericht zufolge mit Strafzöllen auf Autos aus der EU, um im Atomstreit mit dem Iran Druck auf Berlin, London und Paris zu machen. Den Herstellern drohen demnach Zölle in Höhe von 25 Prozent. In der Folge ließen Investoren die Papiere der Autohersteller und ihrer Zulieferer lieber links liegen.

Die Kursverluste von Continental, Volkswagen, BMW und Daimler reichten von 0,8 bis 1,5 Prozent. Im MDax zeigten mit Hella und Dürr ebenfalls zwei Zulieferer Schwäche.

Schwach waren nach Umsatzzahlen auch Beiersdorf mit minus 0,9 Prozent. Vor allem wegen der Schwäche der Klebstoffsparte Tesa habe der Konsumgüterhersteller die Markterwartungen verfehlt, schrieb Jefferies-Analystin Molly Wylenzek.

Platz eins im Dax sicherten sich abermals Wirecard mit einem Aufschlag von gut sechs Prozent. Allein in dieser Woche haben die Titel des Zahlungsabwicklers um fast 16 Prozent zugelegt. Begonnen hatte die Erholung mit der Nachricht des Wechsels an der Aufsichtsratsspitze. Ein Händler führte für die Kursgewinne auch das Eindecken zuvor leer verkaufter Aktien an.

Die RWE-Aktien legten um 2,1 Prozent zu. Betreiber von Kohlekraftwerken bekommen Milliardenentschädigungen für das vorzeitige Abschalten ihrer Anlagen. Nach Aussage von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) erhalten die Betreiber westdeutscher Kraftwerke 2,6 Milliarden Euro, Betreiber von Anlagen im Osten 1,75 Milliarden. Eon gewannen 0,7 Prozent im Fahrwasser von RWE.

Der Batteriehersteller Varta baut wegen der weiter steigenden Nachfrage nach Lithium-Ionen-Zellen die Produktion schneller aus als ursprünglich geplant. Daraufhin setzten sich die Papiere an die MDax-Spitze mit einem Aufschlag von 6,4 Prozent.

Im SDax der kleineren Titel stiegen die Anteile des Kochboxenversenders Hellofresh um 1,9 Prozent nach laut Analysten starken Eckdaten für 2019. Im frühen Handel war der Kurs sogar um gut 14 Prozent auf ein Rekordhoch geschnellt. Im weiteren Verlauf bröckelten die Gewinne jedoch wieder ab. Insider-Käufe verhalfen der zuletzt stark gefallenen Aktie von Zooplus zu einer Erholung von 3,8 Prozent.

Der EuroStoxx 50 schloss am Donnerstag 0,14 Prozent höher bei 3774,14 Punkten. Ähnlich moderat ging es für den französische Cac 40 nach oben. Der britische FTSE 100 gab knapp ein halbes Prozent nach. Der New Yorker Dow Jones Industrial notierte zum Börsenschluss in Europa 0,6 Prozent höher und markierte ein weiteres Rekordhoch.

Die Kurse deutscher Bundesanleihen legten zu. Die Umlaufrendite sank im Gegenzug auf minus 0,26 Prozent von minus 0,25 Prozent am Mittwoch. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 143,88 Punkte. Der Bund Future stagnierte am Abend mit 171,63 Punkten.

Der Euro gab anfängliche Gewinne nach robusten Konjunkturdaten aus den USA wieder ab und kostete zuletzt 1,1131 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Euro-Referenzkurs zuvor auf 1,1169 Dollar festgesetzt.

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