Gewinn dank Sparprogramm
Ceconomy: Black-Friday-Boom bremst Weihnachtsgeschäft

Die Aktionstage rund um den Black Friday bescherten den Elektronikketten ein Rekordgeschäft. Doch in den Wochen danach waren die Läden leer. Insgesamt wurde am Ende weniger gekauft und nur die Sparprogamme sorgten für mehr Gewinn.

Freitag, 07.02.2020, 13:46 Uhr aktualisiert: 07.02.2020, 13:48 Uhr
Ceconomy-Chef Bernhard Düttmann (l) und Managing Director Ferran Reverter der Media-Saturn-Holding.
Ceconomy-Chef Bernhard Düttmann (l) und Managing Director Ferran Reverter der Media-Saturn-Holding. Foto: Fabian Strauch

Düsseldorf (dpa) - Rekordverkäufe rund um den Black Friday, leere Läden in den zwei Wochen danach: Das wichtige Weihnachtsquartal war für Deutschlands größte Elektronikhandelsketten Media Markt und Saturn ein Wechselbad der Gefühle.

Unter dem Strich wurde am Ende von den Kunden weniger gekauft. Doch nicht zuletzt dank eines bereits im April vergangenen Jahres eingeleiteten Sparprogramms stieg der Gewinn des Mutterkonzerns Ceconomy dennoch kräftig, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

Die Rabattschlacht rund um den Black Friday werde für den Elektronikhändler immer wichtiger, berichtete Ceconomy-Chef Bernhard Düttmann. In den fünf Tagen rund um den Black Friday seien von Media Markt und Saturn rund eine Million Produkte mehr verkauft worden als im Vorjahr. Es habe 15 Prozent mehr Besucher in den Online-Shops gegeben und auch in den Läden seien zwei Prozent mehr Kunden gezählt worden.

Doch auf den Kaufrausch folgte die Ernüchterung. Viele Verbraucher nutzen den Black Friday offenbar, um günstig Weihnachtsgeschenke zu ergattern, und sahen danach keinen Grund mehr für weitere Einkäufe. «Da ist eine Ermüdung eingetreten. Da war es wirklich ruhig auf der Fläche», berichtete Düttmann. Außerdem sei auch nach den Aktionstagen von Wettbewerbern ein «Wahnsinnspreisdruck» erzeugt worden.

Das ernüchternde Ergebnis: Unterm Strich sanken die Ceconomy-Umsätze im wichtigen Weichnachtsquartal um 0,8 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Auch auf dem nach wie vor für das Unternehmen besonders bedeutenden deutschen Heimatmarkt war das Geschäft leicht rückläufig.

Nicht zuletzt dank des bereits im April vergangenen Jahres eingeleiteten Sparprogramms, das unter anderem den Abbau von 600 Stellen vorsah, verbesserte sich das Ergebnis dennoch deutlich. Der Nettogewinn erhöhte sich um fast 60 Prozent auf 170 Millionen Euro.

Fortschritte machten die Elektronikketten auch beim Ausbau des ertragreichen Service- und Dienstleistungsgeschäfts. Die Umsätze mit Reparaturen, Garantieverlängerungen und ähnlichen Angeboten stiegen um 10 Prozent. Das Online-Geschäft wuchs dagegen mit einem Plus von 4,3 Prozent eher schwach. Zum Vergleich: Branchenweit nahmen die Online-Umsätze mit Elektronikartikeln und Telekommunikation nach Angaben des E-Commerce-Verbandes bevh 2019 in Deutschland um 12,2 Prozent zu. Für das Gesamtjahr rechnet Ceconomy trotz des verhaltenen Starts mit leicht steigenden Umsätzen, wie Düttmann betonte.

Der Elektronikhändler steckt seit langem in der Krise, maßgeblich ausgelöst durch den scharfen Wettbewerb im Online-Handel. Die schwierige Lage hatte im vergangenen Jahr Führungsquerelen nach sich gezogen: Im Oktober musste Vorstandschef Jörn Werner nach wenigen Monaten im Amt gehen. Vor Werner hatten bereits der langjährige Konzernchef Pieter Haas und sein Finanzvorstand Mark Frese nach mehreren Gewinnwarnungen den Hut nehmen müssen. Derzeit leitet der Manager Bernhard Düttmann das Unternehmen kommissarisch.

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