Börse in Frankfurt
Dax erholt sich weiter und schließt über 12.100 Punkten

Frankfurt/Main (dpa) - Am deutschen Aktienmarkt hat sich die Erholung zur Wochenmitte fortgesetzt. Zwar bröckelten die Gewinne immer mal wieder ab, dennoch konnte der Dax letztlich über der Marke von 12.100 Zählern schließen.

Mittwoch, 04.03.2020, 18:32 Uhr aktualisiert: 04.03.2020, 18:34 Uhr
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland.
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen

Mit einem Plus von 1,19 Prozent auf 12.127,69 Punkte ging er aus dem Handel. Damit befindet sich der deutsche Leitindex nun auch wieder über der Linie, die seit Ende 2018 seinen übergeordneten Aufwärtstrend markiert. Sein Verlust seit seinem Rekordhoch vor etwas mehr als zwei Wochen beträgt allerdings immer noch 12 Prozent.

Die Bodenbildung beim Dax habe sich fortgesetzt, kommentierte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Der kurz nach der überraschenden und auch kräftigen Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) aufgekommene Pessimismus in den USA sei zur Wochenmitte erst einmal «beiseite geschoben» worden. Aktuell überwiege die Hoffnung auf eine stützende Wirkung dieser Maßnahme, auch wenn die Märkte wohl lieber einen Impfstoff sähen.

Der MDax rückte am Mittwoch um 0,75 Prozent vor auf 26 091,33 Punkte und auch europaweit schlossen die Börsen im Plus. Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, legte um 1,44 Prozent auf 3420,56 Punkte zu. Ähnlich deutlich ging es auch in Paris und London nach oben. Der italienische Leitindex FTSE MIB indes legte unterdurchschnittlich zu. Wegen des neuartigen Coronavirus schließt Italien alle Schulen bis Mitte März. In den USA gewann der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss 2 Prozent.

Unter den Einzelwerten im Dax zählten die Bayer-Aktien mit plus 4,4 Prozent zu den Favoriten. Die Deutsche Bank sieht die Papiere als «schlicht unterbewertet» an und empfiehlt sie nun zum Kauf. Ein positiver Kommentar des US-Brokers Jefferies ließ die Aktie der Munich Re um 2,5 Prozent steigen.

Geschäftszahlen veröffentlichten der Chemikalienhändler Brenntag, der Chemieproduzent Evonik. Anleger reagierten überwiegend mit Käufen: Brenntag zogen um 5,5 Prozent hoch und Evonik sogar um knapp 6 Prozent. Damit waren die beiden Papiere die Favoriten im Index der mittelgroßen Werte.

Die jüngste Kursrally der Aktien von Teamviewer nutzte der Investor Permira zum weiteren Ausstieg. Er platzierte 22 Millionen Aktien zu je 32 Euro und baute den Anteil auf 51,5 Prozent ab. Die Papiere fielen um knapp 2 Prozent und fanden sich damit unter den größten Verlierern im MDax.

Die Metro-Aktien büßten 3,1 Prozent ein, nachdem sie allerdings am Vortag um fast 20 Prozent hochgesprungen waren. Spekulationen über eine Übernahme durch den US-Lebensmittellieferanten Sysco waren der Auslöser gewesen. Eine offizielle Bestätigung blieb bislang aber aus. Fraport mit einem Minus von 0,5 Prozent schlossen den nunmehr zehnten Handelstag in Folge mit Verlusten. Insgesamt hat die Aktie wegen der Viruskrise damit nun rund 20 Prozent eingebüßt. Zudem hat der Flughafenbetreiber eine solch rabenschwarze Serie an Verlusttagen in seiner 19-jährigen Börsengeschichte bislang nicht erlebt.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,57 Prozent auf minus 0,62 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,26 Prozent auf 146,28 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,11 Prozent auf 177,95 Punkte. Der Euro wurde am frühen Abend mit 1,1131 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte am Nachmittag den Referenzkurs auf 1,1125 (Dienstag: 1,1117) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8989 (0,8995) Euro.

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