Börse in Frankfurt
Hiobsbotschaft von Continental und Virus belasten Dax

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Donnerstag seine zweitägige Erholung abgebrochen und ist wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Punkten gesackt. Ein überraschend schwacher Ausblick des Zulieferers Continental zog die gesamte Auto-Branche und auch den Leitindex nach unten.

Donnerstag, 05.03.2020, 18:33 Uhr aktualisiert: 05.03.2020, 18:36 Uhr
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland.
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen

Zudem haben die Sorgen um die Auswirkungen der Coronavirus-Krise den Aktienmarkt weiter fest im Griff. Mit einem Abschlag von 1,51 Prozent auf 11.944,72 Punkten beendete das deutsche Börsenbarometer den Handel.

Der MDax büßte 1,58 Prozent auf 25.679,69 Punkte ein. Auch im restlichen Europa und in den USA sah es für die Börsen wieder trüb aus. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor nach drei freundlichen Handelstagen 1,67 Prozent auf 3363,58 Punkte. Auch in Paris und London ging es auf diesem Niveau abwärts. An der Wall Street, wo sich die Kurse am Vortag wieder deutlich erholt hatten, büßte der Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss 2,3 Prozent ein.

Continental erschütterte die Anleger: Wegen des weltweiten Auto-Abschwungs, des Umbruchs der Branche und der Risiken der Virus-Epidemie blickt der Autozulieferer und Reifenkonzern mit großer Sorge ins neue Geschäftsjahr. Die Hannoveraner rechnen nach einem Milliardenverlust 2019 für 2020 mit weiter sinkender Ertragskraft. Die Conti-Aktien brachen um 12,4 Prozent ein. Im Sog der trüben Zukunftsprognosen büßten auch die Papiere der Autohersteller Daimler mit minus 3,8 Prozent und Volkswagen mit minus 2,7 Prozent kräftig ein. Im MDax verloren die Anteile des Zulieferers Hella 5,6 Prozent. Im SDax ging es für die Aktien von Schaeffler um 4,0 Prozent abwärts.

Aktien von Banken standen in der Erwartung weiter sinkender Zinsen auf den Verkaufslisten ebenfalls ganz oben: Die Papiere der Deutschen Bank gaben um 3,1 Prozent nach, Papiere der Commerzbank büßten 4,2 Prozent ein und erreichten ein neues Rekordtief.

Für ProSiebenSat.1 sah es nach vorgelegten Zahlen und enttäuschenden Jahresprognosen für 2020 ebenfalls sehr trüb aus. Die Aktien sackten erstmals wieder seit einem Jahrzehnt unter 10 Euro. Mit einem Abschlag von 7,1 Prozent schlossen sie knapp darüber.

Um 4,9 Prozent ging es für die Aktien von Dialog Semiconductor abwärts. Die Aktie muss in Kürze die Dax-Familie verlassen. Sie wird aus dem MDax und den TecDax entfernt, da der Firmensitz in Großbritannien und damit außerhalb der EU liegt.

Am Rentenmarkt trat die Umlaufrendite mit minus 0,62 Prozent auf der Stelle. Der Rentenindex Rex gab geringfügig um 0,01 Prozent auf 146,27 Punkte nach. Der Bund-Future stieg um 0,60 Prozent auf 178,62 Punkte. Der Euro legte nach den Verlusten vom Vortag wieder zu und notierte am frühen Abend bei 1,1192 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1187 (Mittwoch: 1,1125) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8939 (0,8989) Euro.

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