Ernten in Gefahr
Saisonarbeiter dürfen nicht mehr einreisen

Berlin (dpa) - Um die Ausbreitung der Corona-Pandemie in Deutschland zu bremsen, hat das Bundesinnenministerium ein Einreiseverbot für Saisonarbeiter angeordnet.

Mittwoch, 25.03.2020, 12:28 Uhr aktualisiert: 26.03.2020, 08:32 Uhr
Eine Saisonarbeitskraft sticht Spargel in Hessen.
Eine Saisonarbeitskraft sticht Spargel in Hessen. Foto: Andreas Arnold

Erntehelfern und anderen Saison-Arbeitskräften werde von diesem Mittwoch um 17.00 Uhr an im Rahmen der bestehenden Grenzkontrollen die Einreise verweigert, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit.

Diese Regelung gelte für die Einreise aus Drittstaaten, aus Großbritannien, für EU-Staaten wie Bulgarien und Rumänien, die nicht alle Schengen-Regeln vollumfänglich anwenden, sowie für Staaten wie Polen oder Österreich, «zu denen Binnengrenzkontrollen vorübergehend wieder eingeführt worden sind». Diese Beschränkungen seien «zwingend erforderlich, um Infektionsketten zu unterbrechen», fügte der Sprecher hinzu.

Vielen Landwirten fehlen derzeit Arbeitskräfte für Ernte und Aussaat. Verbände und das Bundeslandwirtschaftsministerium haben Internet-Plattformen aufgesetzt, um Betriebe und Freiwillige, die auf den Feldern arbeiten könnten, in Kontakt zu bringen.

Derzeit stehen auf den Feldern Arbeiten an, die nicht aufgeschoben werden können und für die dringend Helfer benötigt werden. Auf den Spargelfeldern werden derzeit teils noch die Dämme gebaut, unter denen die Stangen heranwachsen. Im besonders geschützten Anbau, wenn die wärmeliebende Pflanze unter zwei Schutzschichten, nämlich einer Folie und einem Mini-Tunnel wächst, habe die Ernte bereits begonnen, sagte Ralf Große Dankbar, der Spargelberater der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

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