Landwirte stellen um
Ökolandbau auf fast zehn Prozent der deutschen Agrarflächen

Biobauern sind bundesweit auf dem Vormarsch - zumindest Schritt für Schritt. Fast zehn Prozent der Äcker und Wiesen werden inzwischen schonender bewirtschaftet. Das ist teurer, auch für Supermarktkunden.

Freitag, 10.07.2020, 16:08 Uhr aktualisiert: 10.07.2020, 16:12 Uhr
Ein Erntehelfer zeigt auf einem Feld frisch geerntete Bio-Bohnen.
Ein Erntehelfer zeigt auf einem Feld frisch geerntete Bio-Bohnen. Foto: Julian Stratenschulte

Berlin (dpa) - Der Ökolandbau in Deutschland legt weiter zu. Der Anteil an der gesamten Landwirtschaftsfläche stieg im vergangenen Jahr auf 9,7 Prozent, wie aus neuen Daten des Bundesagrarministeriums hervorgeht.

Ende 2018 waren es noch 9,1 Prozent. Biologisch wirtschaften damit inzwischen 34 110 Betriebe. Das sind 12,9 Prozent aller Höfe nach 12 Prozent im Jahr 2018. Zuvor hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag) darüber berichtet. Ziel der Bundesregierung ist ein Öko-Flächenanteil von 20 Prozent bis 2030.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) sagte dem RND: «Immer mehr Landwirte haben Lust auf Ökolandbau.» Damit könnten sie auch eine steigende Nachfrage der Verbraucher nach Bio-Lebensmitteln besser bedienen. Die Förderung von Umstellungen auf Bioproduktion wirke. Generell sollten sich biologische und herkömmliche Landwirtschaft ergänzen, «damit Ökolandbau produktiver und konventioneller Anbau ressourcenschonender wird».Den höchsten Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen hat laut den neuen Zahlen, die auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegen, weiter das Saarland mit 18,1 Prozent Ende 2019. Es folgen Hessen mit 15,5 Prozent und Baden-Württemberg sowie Brandenburg mit 13,2 Prozent gemessen an der jeweiligen gesamten landwirtschaftlichen Fläche. Schlusslicht bleibt Niedersachsen mit 4,7 Prozent.

Die Grünen begrüßten die bundesweiten Zuwächse. Dies trage auch der Entwicklung am Lebensmittelmarkt Rechnung, der seit Jahren hohe Wachstumsraten im Bio-Bereich vorweisen könne, sagte Agrarexperte Harald Ebner. Es sei auch ein gutes Zeichen, weil es zeige, dass Bauernfamilien trotz mancher Anfeindungen und Angriffe bereit für Veränderung seien.

Der Spitzenverband Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) erklärte, Ökolandbau mache die Landwirtschaft auch krisenfester. «Das sehen immer mehr Landwirte, die deshalb auf Bio umstellen. Und auch immer mehr Kunden, die Bio in den Einkaufskorb legen», sagte der Vorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein dem RND. Er forderte einen forcierten Ausbau der ökologischen Landwirtschaft.

© dpa-infocom, dpa:200710-99-748155/2

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