Börse in Frankfurt
Euroschwäche sorgt für Stärke beim Dax

Frankfurt/Main (dpa) - Der wieder schwächere Euro hat dem deutschen Aktienmarkt am Mittwoch frischen Schwung verliehen. Unterstützung kam am Nachmittag auch aus den USA, wo der marktbreite S&P 500 sowie die technologielastigen Nasdaq-Börsen ihre Rekordrally fortsetzten.

Mittwoch, 02.09.2020, 18:22 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 18:24 Uhr
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland.
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen

Der Dax ließ bereits zum Handelsstart die zuletzt schwer umkämpfte Marke von 13.000 Punkten hinter sich und kletterte kurzzeitig sogar über 13.300 Punkte. Letztlich ging der Leitindex mit plus 2,07 Prozent auf 13.243,43 Punkte aus dem Tag. Sein jüngstes Hoch vom 21. Juli bei 13.313 Punkten wurde zwar noch nicht wieder überwunden, doch sobald der Sprung darüber gelingt, befindet sich der Dax wieder auf dem Niveau vor dem Corona-Börsencrash am 24. Februar.

Der MDax der mittelgroßen Werte rückte zur Wochenmitte um 1,35 Prozent auf 27.893,91 Zähler vor und auch europaweit legten die Börsen spürbar zu. Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, beendete den Handel mit einem Aufschlag von 1,84 Prozent auf 3337,77 Punkte. In den USA legte der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss um 0,75 Prozent zu, während die Nasdaq-Börsen nach einem weiteren Höchststand in die Verlustzone drehten.

«Um gerade einmal zehn Punkte hat der Dax das Hoch aus dem Juli heute verfehlt», hob Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets hervor. Die schwächer als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten für August aus dem Privatsektor der USA am Nachmittag seien zwar ein kleiner Wermutstropfen gewesen, doch insgesamt sei die Stimmung sehr gut gewesen. Die Aussichten für die kommenden Tage hält Stanzl daher für positiv. «Helfen konnte außerdem der Euro, der bei 1,20 zum US-Dollar seine Rally zumindest erst einmal unterbrochen hat», ergänzte er.

Nachdem die Gemeinschaftswährung am Vortag auf den höchsten Stand seit etwas mehr als zwei Jahren geklettert war, gab sie nun wieder deutlicher nach. Am frühen Mittwochabend wurde sie mit 1,1830 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1861 (Dienstag: 1,1987) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8431 (0,8342) Euro. Ein Euro-Anstieg verringert die im Währungs-Ausland erzielten Erlöse beim Umrechnen in die Heimatdevise.

Im Zuge der neuerlichen Rally am deutschen Markt kletterten zahlreiche Werte auf Rekordhochs, unter ihnen die beiden Dax-Mitglieder Linde und Vonovia. Dabei war das Kursplus von 3,0 Prozent für den Industriegashersteller schon deshalb beachtlich, da an diesem Tag die Quartalsdividende abgezogen wurde.

Im MDax erklommen Symrise, Zalando, Compugroup, Scout24 und Knorr-Bremse neue Bestmarken. Im SDax ging es für den Neuling Atoss Software weiter hoch.

Im Blick standen zudem die Aktien der Deutschen Telekom, die mit plus 5,3 Prozent der Spitzenwert im Dax waren. Sie profitierten vor allem von einer Kaufempfehlung der US-Bank JPMorgan. Der Bonner Telekomkonzern biete selbst ohne den beeindruckenden Wertzuwachs der börsennotierten Töchter, allen voran der T-Mobile US, Wachstum und Werthaltigkeit. Das aber spiegele sich im Kurs der T-Aktie bislang nicht wider, schrieb Analyst Akhil Dattani.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,40 Prozent am Vortag auf minus 0,47 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,05 Prozent auf 145,83 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,37 Prozent auf 176,76 Punkte.

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