Ein Drittel verendet
Australien: Bisher 25 der 270 gestrandeten Grindwale befreit

Vor der australischen Insel Tasmanien sind am Montag rund 270 Grindwale gestrandet. Die Rettungsmaßnahmen laufen auf Hochtouren, doch für viele Tiere kommt jede Hilfe zu spät. Etwa ein Drittel ist inzwischen verendet.

Dienstag, 22.09.2020, 11:32 Uhr aktualisiert: 22.09.2020, 11:36 Uhr
Retter versuchen, die Grindwale zurück ins tiefere Wasser zu lenken. Für viele Tiere kommt jedoch jede Hilfe zu spät.
Retter versuchen, die Grindwale zurück ins tiefere Wasser zu lenken. Für viele Tiere kommt jedoch jede Hilfe zu spät. Foto: Brodie Weeding

Sydney (dpa) - 25 der rund 270 an der australischen Insel Tasmanien gestrandeten Grindwale sind Behörden zufolge bisher gerettet worden.

Sie seien von Sandbänken oder aus seichtem Wasser befreit worden und befänden sich nun wieder im Meer, teilten Mitarbeiter des Meeresschutzprogrammes der tasmanischen Regierung am Dienstag mit. Zugleich bestätigten sie, dass etwa ein Drittel der Meerestiere verendet sei. Die Wale waren am Montag in der Gegend um die abgelegene Macquarie-Bucht im Westen der Insel gestrandet.

Die meisten Wale seien mit Booten nicht zu erreichen, sagte der Biologe Kris Carlyon vor Journalisten. Rund 60 Retter konzentrierten sich nun auf die Wale, die die besten Überlebenschancen hätten. «Einige Tiere sind vielleicht einfach zu groß oder an einem ungeeigneten Ort», sagte Carlyon. Es sei eine der schwierigsten Rettungsaktionen verglichen mit frühere Massenstrandungen in Tasmanien.

Die Rettung werde sich wohl einige Tage hinziehen, sagte Carlyon weiter. Langflossen-Grindwale seien aber robuste Tiere und könnten bei kühlen Temperaturen mehrere Tage überleben. «Wenn man bedenkt, dass sie nass sind, dass sie kühl sind, dann haben wir hier tatsächlich geeignetes Wetter.» An der Rettung beteiligt seien vor allem Experten der tasmanischen Behörde für Naturschutz, ausgebildete Freiwillige und die Polizei.

Grindwale sind sehr soziale Tiere, mehrere Hundert Wale können gemeinsam auf Wanderschaft sein. Dabei folgen die Gruppen - Schulen genannt - einzelnen Leittieren. Diesen schwimmen sie auch in flaches Wasser nach, wo sie sich nicht mehr orientieren können. Bei solchen Massenstrandungen, deren Ursachen noch weitgehend unklar sind, stirbt meist ein Großteil der Tiere.

Strandungen von Walen kommen in Tasmanien recht häufig vor, meist sind aber weit weniger Tiere betroffen. Zuletzt war in der Gegend eine kleinere Gruppe von Pottwalen an die Küste geraten.

© dpa-infocom, dpa:200922-99-660214/3

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