Kurzporträt
Nobelpreisträger Michael Houghton «extrem bescheiden»

London/Hannover (dpa) - Der Medizin-Nobelpreisträger Michael Houghton ist trotz seiner Erfolge extrem bescheiden geblieben und ein Mann mit Prinzipien.

Montag, 05.10.2020, 21:14 Uhr aktualisiert: 05.10.2020, 21:16 Uhr
Michael Houghton in seinem Labor im Institut für Virologie an der Universität von Alberta in Edmonton.
Michael Houghton in seinem Labor im Institut für Virologie an der Universität von Alberta in Edmonton. Foto: Richard Siemens

«Er wollte eigentlich keine Ehrungen mehr annehmen, wenn nicht alle Mitarbeiter mitgeehrt werden, die auf seinem ersten Paper aufgeführt wurden», sagte Prof. Michael Manns, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover, am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Den Nobelpreis - die höchste Ehrung in der Medizin - dürfen sich allerdings nicht mehr als drei Personen gleichzeitig teilen. Manns kennt Houghton persönlich und hält nicht nur fachlich große Stücke auf ihn: «Michael Houghton ist extrem bescheiden, verlässlich, pflegt Freundschaften, Kontakte.» Für seine Leistungen bekam der Forscher schon diverse Auszeichnungen, darunter auch den deutschen Robert-Koch-Preis - das ist allerdings schon 27 Jahre her.

Houghton ist zwar gebürtiger Brite, sein wissenschaftlicher Durchbruch gelang ihm aber in den USA. Damit reiht sich der Biochemiker und Virologe in eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Nobelpreisträgern ein, die für ihre Forschungen ihre Heimat verließen und in die USA gingen. Inzwischen lebt Houghton in Kanada.

Der 1949 geborene Nobelpreisträger soll aus bescheidenen Verhältnissen stammen. Er studierte an der University of East Anglia und hat am renommierten King’s College in London promoviert. In Großbritannien sammelte er erste Erfahrungen in der Pharma-Industrie.

Im Jahr 1982 übernahm er die Leitung einer auf Hepatitis spezialisierten Abteilung des US-Biotechnologieunternehmens Chiron Corporation im kalifornischen Emeryville. Dort gelangen ihm Forschungserfolge, die wesentlich zur Heilung von Hepatitis C beitrugen und für die er nun - gemeinsam mit den US-Amerikanern Harvey J. Alter und Charles M. Rice - den Nobelpreis bekommt. Zurzeit ist Houghton Professor an der kanadischen Universität von Alberta.

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