Untersuchung
Nasa bereit für Zurückschicken von Mars-Probe zur Erde

Gerade erst hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa eine Probe von einem Asteroiden entnommen, jetzt geht es schon an die nächste große Herausforderung: Eine Probe vom Mars. Das wäre zwar noch lange hin - gut aufgestellt sei die Nasa dafür aber, bescheinigt nun ein Bericht.

Mittwoch, 11.11.2020, 08:18 Uhr aktualisiert: 11.11.2020, 08:20 Uhr
Eine undatierte grafische Darstellung zeigt, wie Kapseln mit Proben von der Oberfläche des Mars aus von einem Nasa-Roboter in die Umlaufbahn des Mars befördert werden könnten.
Eine undatierte grafische Darstellung zeigt, wie Kapseln mit Proben von der Oberfläche des Mars aus von einem Nasa-Roboter in die Umlaufbahn des Mars befördert werden könnten. Foto: -

Washington (dpa) - Die US-Raumfahrtbehörde Nasa ist einem Expertenbericht zufolge in Zusammenarbeit mit der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa bereit für die Entnahme einer Probe vom Mars - und die anschließende Sendung dieser Probe zur Erde.

Nach Jahrzehnten wissenschaftlicher und technischer Fortschritte bei der Erforschung des Mars sei die Nasa nun in einer guten Position, um ein solches Manöver durchzuführen, hieß es in einem am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichten Bericht einer von der Nasa eingesetzten Experten-Kommission. Es wäre die erste Probe von einem anderen Planeten, die zur Erde gebracht werden würde.

Eine Probe vom Mars zur Erde zu bringen sei etwas, was «die Nasa als Mitglied der weltweiten Gemeinschaft tun müsse», sagte Nasa-Chef Jim Bridenstine. «Wir wissen, dass wir Herausforderungen vor uns haben, aber deswegen schauen wir uns das alles genau an. Und deswegen schaffen wir schließlich die großen Erfolge.»

Bis dahin wäre es allerdings noch ein weiter Weg: Der im Juli zum Mars aufgebrochene «Perseverance»-Rover hat bereits einen Bohrer und Röhrchen zum Aufbewahren von Proben an Bord. Derzeitiger Plan ist, dass «Perseverance» befüllte Röhrchen auf dem Mars liegen lässt, die ein von der Esa bereitgestellter «Abhol-Roboter» aufsammelt und einem von der Nasa entwickelten weiteren Roboter übergibt, der diese dann wiederum in die Umlaufbahn des Mars befördert. Dort würde wieder ein Raumschiff der Esa übernehmen, das die Proben zurück zur Erde bringen würde - allerdings nicht vor den 2030er Jahren.

Für den Bericht befragte die Kommission, geleitet vom früheren Orbital-Chef David Thompson, seit August Experten von Nasa und Esa sowie aus Industrie und Wissenschaft. Die Ergebnisse des Berichts seien «großartige Nachrichten» für das Projekt, sagte David Parker, Esa-Direktor für bemannte Raumfahrt.

Erst im Oktober hatte die Nasa-Sonde «Osiris Rex» bei einem mehrstündigen komplizierten Manöver als erster US-Flugkörper eine Probe von einem Asteroiden entnommen. Die Probe vom Asteroiden Bennu soll in rund drei Jahren zurück zur Erde geschickt werden. 2005 war die japanische Raumsonde «Hayabusa» auf einem Asteroiden gelandet und hatte 2010 die ersten je gesammelten Bodenproben eines solchen Himmelskörpers zur Erde gebracht. Es gab noch weitere Flüge zu Asteroiden - keine weitere Sonde hat bislang jedoch Material zur Erde zurückgebracht.

Der «Perseverance»-Rover der Nasa hatte am Dienstag unterdessen noch genau 100 Tage und 268 Millionen Kilometer vor sich bis zur Landung auf dem Mars, wie die Nasa mitteilte. Am 18. Februar 2021 soll der Rover auf dem Roten Planeten landen.

© dpa-infocom, dpa:201111-99-289372/2

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