Corona-Erlass in NRW
Was Restaurants noch dürfen

Düsseldorf -

Erst spät in der Nacht ging der Erlass an die Städte, Kreise und Gemeinden raus, der das öffentliche Leben in NRW deutlich einschränkt. Darin wird auch konkretisiert, was Restaurants und Hotels noch dürfen.

Dienstag, 17.03.2020, 14:20 Uhr aktualisiert: 17.03.2020, 14:25 Uhr
Corona-Erlass in NRW: Was Restaurants noch dürfen
Restaurants in NRW müssen einen Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Tischen sicherstellen. Foto: dpa

Zur Abwehr der Corona-Pandemie hat die Landesregierung weitere Einschränkungen beschlossen. Der Erlass des Gesundheitsministeriums untersagt ab diesem Montag alle „Amüsierbetriebe“: Bars, Clubs, Diskotheken, Spielhallen und Bordells müssen schließen, ebenso Kinos, Museen und Theater. Ab diesem Dienstag gilt dies auch für Fitness-Center, Schwimmbäder und Saunen. Dann müssen auch Sportvereine und anderen Sportangebote ihre Arbeit einstellen. Gleiches gilt für Volkshochschulen, Musikschulen und anderen Bildungseinrichtungen. 

Regeln für Restaurants

Strenge Regeln müssen auch Restaurants und Hotels beachten: Sie müssen einen Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Tischen sicherstellen. Dazu sind sie verpflichtet, in Aushängen über Hygieneregeln zu informieren. Die Besucher müssen mit Kontaktdaten registriert werden, die Besucherzahl muss reglementiert werden. Dieselben Maßstäbe gelten auch für Büchereien, ausgenommen Hochschul-Bibliotheken.

Ein Beschluss der Bundesregierung und der Regierungschefs der Länder vom Montag sieht noch weitere Einschränkungen vor: So sollen Übernachtungsangebote im Inland nur noch zu „notwendigen und ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken“ genutzt werden. Restaurants sollen spätestens um 18.00 Uhr schließen und frühestens um 06.00 Uhr öffnen. Die Länder würden den am Montag gemeinsam von der Bundesregierung und den Regierungschefs der Bundesländer beschlossenen eineinhalbseitigen Handlungskatalog nun umsetzen, hieß es.

Am Dienstagnachmittag gab die Landesregierung bekannt, dass die Restaurants in NRW bereits um 15 Uhr schließen müssen. Der Erlass werde ab Mittwoch greifen.

Demonstrationen verboten

„Alle öffentlichen Veranstaltungen sind zu untersagen“, heißt es in dem Erlass der nordrhein-westfälischen Landesregierung, der unserer Redaktion vorliegt. Das gilt ausdrücklich auch für Veranstaltungen im Freien einschließlich Demonstrationen. Diese können nur zugelassen werden, wenn dies verhältnismäßig ist. 

Alle öffentlichen Veranstaltungen sind zu untersagen

Erlass der Landesregierung

Nicht betroffen sind Veranstaltungen, die zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, zur Daseinsvorsoge und zur Versorgung der Bevölkerung dienen. Ausdrücklich erlaubt sind damit weiterhin Wochenmärkte.

Maßnahmen der NRW-Landesregierung

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  • Die Bundesregierung und die Länder haben sich am Sonntag (22. März) auf weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie geeinigt. Die Einschränkungen gelten zunächst bis zum 20. April.

    Foto: dpa
  • Schulen und Kitas geschlossen

    Bereits seit Montag (16.3.) sind die Schulen in NRW geschlossen. Die Lehrer blieben im Dienst, zur Vorbereitung von Abschlussarbeiten etwa oder um digitale Unterrichtsformen durchzuführen.

    Ebenso dürfen Kinder bis zum schulpflichtigen Alter seit Montag nicht mehr in Kitas gebracht werden. Kinder sollten nicht bei Großeltern untergebracht werden.

    Für die Kinder des Personals, das zur Bewältigung der Krise notwendig sei, gibt es besondere Betreuungsangebote.

    Foto: Caroline Seidel
  • Geschäfte und Läden werden geschlossen.

    In Nordrhein-Westfalen sind seit Mittwoch (18.3.) alle Geschäfte und Läden geschlossen, die nicht der täglichen Grundversorgung dienen. Supermärkte, Wochenmärkte, Apotheken, Drogerien, Baumärkte, Großmärkte, Lieferdienste, Apotheken, Zeitschriftenhandel und Friseure zum Beispiel bleiben auf. Lebensmittel dürfen sonntags verkauft werden. Aber alle großen Supermarktketten wollen vorerst bei ihren Öffnungszeiten bleiben und nicht sonntags öffnen.

    Foto: dpa
  • Spielplätze

    Alle Spiel- und Bolzplätze sind gesperrt. "Bitte jetzt nicht auf irgendwelche Wiesen ausweichen", mahnte NRW-Familienminister Stamp.

    Foto: dpa
  • Gastronomie

    Restaurants,Bars, Cafés, Kneipen und Amüsier-Etablissements müssen ganz schließen. Nur Lieferung oder Abholung sind noch möglich.

    Foto: dpa
  • Tourismus

    Hotels dürfen keine Touristen mehr beherbergen. Reisebusreisen sind verboten.

    Foto: dpa
  • ÖPNV wird eingeschränkt:

    Der öffentliche Personennahverkehr in NRW wird wegen der Corona-Krise eingeschränkt. Bahn und Busse fahren vielerorts nur noch nach dem Ferien-Fahrplan. Es wird empfohlen, nur noch in dringenden Fällen den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Fahrkarten-Kontrollen werden nicht mehr durchgeführt.

    Die Stadtwerke Münster bitten  alle Fahrgäste, in den Stadtbussen bis auf Weiteres nur die hinteren Türen für den Ein- und Ausstieg zu nutzen. Die erste Tür direkt bei der Fahrerin oder beim Fahrer bleibt vorsorglich geschlossen, im Bus werden keine Tickets mehr verkauft.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Freizeit

    Per Erlass der Landesregierung sind Veranstaltungen grundsätzlich untersagt, dazu gehören auch alle Konzerte oder Aufführungen.

    Kultureinrichtungen wie Ausstellungen und Kinos sind geschlossen. Auch Tier- und Freizeitparks müssen den Betrieb einstellen, gleiches gilt für Sportanlagen.

    Foto: Matthias Ahlke2
  • Sportbetrieb eingestellt

    Keine Spiele, kein Training. Auch Fitnessstudios und Schwimmbäder dürfen nicht mehr öffnen. Der Sport in NRW steht komplett still.

    Foto: imago-images
  • Gottesdienste abgesagt:

    Es dürfen ab sofort keine Gottesdienste mehr abgehalten werden. Alle religiösen Veranstaltungen müssen bis auf Weiteres abgesagt werden.

    Foto: Oliver Werner
  • Sommersemester-Start an NRW-Hochschulen verschoben:

    Wegen der Ausbreitung des Coronavirus wird auch der Start des Sommersemesters an den nordrhein-westfälischen Hochschulen vorerst bis zum 20. April, dem Ende der Osterferien, verschoben.

    Ursprünglich sollte das Sommersemester an den Fachhochschulen am 23. März und an den Universitäten am 6. April beginnen.

    Foto: Sebastian Gollnow
  • Operationen verschieben:

    Alle nicht zwingend nötigen Operationen in NRW sollen wegen der Coronakrise auf absehbare Zeit verschoben werden. Das sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). 

    Foto: Georg Wendt
  • Keine Besuche mehr in Pflege- und Altenheimen in NRW:

    Wegen der Ausbreitung des Coronavirus dürfen Alten- und Pflegeheime in NRW grundsätzlich nicht mehr besucht werden. Besuche seien nur in dringenden Ausnahmefällen möglich, sagte Ministerpräsident Armin Laschet bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf.

    Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

Einkaufszentren nur für dringenden Bedarf

Der Zugang zu großen Einkaufszentren ab 15 einzelnen Geschäften ist nur noch zur Deckung des dringenden Bedarfs erlaubt. Die tägliche Versorgung bleibt sichergestellt: Einzelhandel, Lebensmittel- und Futtergeschäfte, Drogerien, Apotheken und Banken bleiben geöffnet.
Für Kliniken und Pflegeeinrichtungen werden die Vorgaben über die strenge Besuchsregelung – maximal ein Besucher am Tag für eine Stunde – auch für Cafeterien und Kantinen verschärft: „Sie sind für Patienten und Besucher zu schließen.“ Lesungen und Vorträge seien „zu unterlassen.“

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